Sequoia und Wellington sprechen über 750 Millionen Dollar für Kalshi
Kalshi will mit Sequoia und Wellington eine neue Runde einwerben, nach schnellem Wachstum und einer höheren Bewertung. Der CFTC-regulierte Prediction Market steht zugleich in den USA und Spanien unter Beobachtung.

Wichtigste Erkenntnisse
- Kalshi führt weit fortgeschrittene Gespräche mit Sequoia Capital und Wellington Management über eine Finanzierungsrunde von 750 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 40 Milliarden Dollar.
- Das Unternehmen nahm im Mai bereits 1 Milliarde Dollar auf, sah den annualisierten Umsatz im Juli auf 4 Milliarden Dollar steigen und sagt, 95% des US-Prediction-Markts zu haben.
- Kalshi bleibt im Wettbewerb mit Polymarket, während Regulierung in den USA und Europa eine wichtige Rolle für das weitere Wachstum spielt.
Kalshi befindet sich in weit fortgeschrittenen Gesprächen mit Sequoia Capital und Wellington Management über eine neue Finanzierungsrunde über $750 Millionen (€650 Millionen) bei einer Bewertung von $40 Milliarden (€34,7 Milliarden). Damit würde der US-amerikanische Prediction Market seine Bewertung in kurzer Zeit erneut deutlich erhöhen, während das Unternehmen zugleich seinen Vorsprung gegenüber dem Rivalen Polymarket weiter ausbaut.
Neue Runde in Sicht
The Information berichtete, dass Sequoia und Wellington erwägen, die Runde anzuführen. Der Umfang könnte den Quellen zufolge sogar höher ausfallen als $750 Millionen (€650 Millionen). Sequoia ist bereits Investor bei Kalshi und hat außerdem einen Vertreter im Aufsichtsrat des Unternehmens.
Für Wellington wäre es die erste Investition in Kalshi. Der Vermögensverwalter aus Boston verwaltet $1,3 Billionen (€1,1 Billionen) an Kundengeldern und ist dafür bekannt, häufiger bei Unternehmen einzusteigen, die auf einen Börsengang zusteuern. Kalshi selbst denkt an einen IPO im Jahr 2027, sagte CEO Tarek Mansour im Juni.
Wachstum und Wettbewerb
Kalshi nahm im Mai noch $1 Milliarde (€0,9 Milliarden) auf, bei einer Bewertung von $22 Milliarden (€19,1 Milliarden). Seitdem ist der Umsatz weiter gestiegen: Im Juli lag der annualisierte Umsatz bei $4 Milliarden (€3,5 Milliarden), vor allem dank Wetten rund um die Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Laut Sequoia beansprucht Kalshi inzwischen 95% des US-Prediction-Markts für sich.
Diese Position zeigt sich auch im Wettbewerb mit Polymarket. Die Plattform wurde zuvor im Zusammenhang mit einer Finanzierung bei einer Bewertung von $20 Milliarden (€17,3 Milliarden) genannt, nach einer Investition von $600 Millionen (€520 Millionen) durch Intercontinental Exchange, den Eigentümer der New York Stock Exchange, bei einer Bewertung von $15 Milliarden (€13 Milliarden) im August. Polymarket hat zudem kürzlich seine Abwicklungsregeln angepasst, nachdem es Bedenken wegen möglicher Manipulation in kurzen Bitcoin-Märkten gegeben hatte.
Regulierung bleibt entscheidend
Kalshi wurde 2020 von der CFTC als erster föderal regulierter Prediction Market in den USA zugelassen. Dadurch unterliegt die Plattform einem Rahmen, der mit großen Futures-Börsen vergleichbar ist, was sie von klassischen Glücksspielplattformen unterscheidet. Dieser regulierte Status ist zugleich auch ein wichtiger Teil der Wachstumsgeschichte, bleibt aber in mehreren Rechtsräumen Gegenstand von Diskussionen.
Im Mai 2026 leitete das spanische Verbraucherministerium Verfahren gegen Kalshi und Polymarket wegen des Fehlens der erforderlichen Glücksspiellizenz ein, woraufhin ihre Websites blockiert wurden. Für europäische Krypto- und Marktbeobachter zeigt das, dass die Grenze zwischen Prediction Markets, Trading und Glücksspiel rechtlich weiterhin streng überwacht wird.