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Südkorea blockiert Polymarket wegen Glücksspielbedenken

Die Aufsichtsbehörde sieht die Plattform als Glücksspielaktivität an, auch wegen der Krypto-Abwicklung und der Handelsregeln. Zuvor erhielt Polymarket bereits eine CFTC-Strafe und eine Blockade in den USA.

Südkorea blockiert Polymarket wegen Glücksspielbedenken

Wichtigste Erkenntnisse

  • Südkorea blockiert den inländischen Zugang zu Polymarket, weil die Aufsichtsbehörde die Plattform als Glücksspiel einstuft.
  • Die Kommission erklärt, dass Polymarket unter den Criminal Act und den National Sports Promotion Act fällt, wegen der spekulativen Marktstruktur.
  • Polymarket sagt, 39 Länder abgeschirmt zu haben, während Aufsichtsbehörden weltweit ähnliche Einschränkungen verhängen.

Südkorea hat den inländischen Zugang zu Polymarket blockieren lassen und reiht sich damit in eine wachsende Liste von mehr als 30 Jurisdiktionen ein, die die Plattform einschränken. Die Aufsichtsbehörde sieht den Prediction Market als eine Form von Glücksspiel und verweist dabei auf die Rolle der Krypto-basierten Abwicklung und der Marktregeln.

Aufsichtsbehörde sieht Glücksspielstruktur

Die Korea Media and Communications Standards Commission genehmigte die Maßnahme, nachdem sie zu dem Schluss gekommen war, dass Polymarket unter den Criminal Act und vergleichbare Bestimmungen des National Sports Promotion Act fällt. Nach Ansicht der Kommission fördert der Aufbau des Marktes spekulatives Verhalten, weil Gewinne und Verluste von Ereignissen abhängen, die außerhalb der Kontrolle der Nutzer liegen.

Polymarket lässt Nutzer Ja-oder-Nein-Kontrakte handeln, die an reale Ereignisse wie Wahlen, Sport, Wirtschaftsdaten und das Wetter gekoppelt sind. Damit gehört es neben Kalshi zu den größten Prediction Markets. Die Kommission stellte fest, dass der Betreiber nicht nur die Marktstruktur festlegt, sondern auch Handelsregeln verwaltet, Krypto-Ein- und Auszahlungen ermöglicht und dafür Gebühren verlangt.

Verteidigung von Polymarket zurückgewiesen

Laut lokalen Medien sagte Polymarket, dass es die koreanische Sprachunterstützung entfernt habe, keine Zahlungen in Won unterstütze und mit non-custodial Peer-to-Peer-Transaktionen sowie Smart Contracts arbeite. Die Aufsichtsbehörde ließ das nicht gelten. Die Kommission teilte außerdem mit, dass Polizei und National Gambling Control Commission im Juli um eine Prüfung gebeten hätten, woraufhin die Polizei separat eine Untersuchung gegen lokale Nutzer wegen des Verdachts auf illegales Glücksspiel eingeleitet habe.

Der Schritt passt in einen breiteren internationalen Ansatz. In den Vereinigten Staaten erhielt Polymarket zuvor bereits eine Strafe der CFTC in Höhe von $1,4 Millionen (€1,2 Millionen), weil es eine nicht registrierte Derivatebörse betrieben haben soll, woraufhin die Plattform US-Nutzer blockierte. Außerdem haben mehrere Länder, darunter Spanien und Frankreich, den Zugang zur Website eingeschränkt.

Bedeutung für europäische Krypto-Nutzer

Für europäische Krypto-Nutzer zeigt dieser Fall, dass Prediction Markets immer häufiger nicht nur als Blockchain-Produkt, sondern auch als regulierte Glücksspiel- oder Derivateaktivität bewertet werden. Das könnte für Plattformen relevant sein, die ähnliche Kontrakte anbieten, zumal Aufsichtsbehörden in mehreren Ländern dieselbe Frage stellen: Fällt der Markt unter Krypto-Infrastruktur oder unter Glücksspielrecht?

Polymarket sagt laut lokalen Medien, dass es inzwischen 39 Länder vollständig abgeschirmt habe, auch wenn Südkorea noch nicht dazu zählt. Das unterstreicht, wie schnell sich der Zugang zu solchen Plattformen je nach Jurisdiktion ändern kann, selbst wenn die zugrunde liegende Technologie über Smart Contracts und Krypto-Abwicklung funktioniert.

Die Diskussion um Polymarket steht nicht für sich allein. Auch in den Vereinigten Staaten steht die Plattform unter Beobachtung, unter anderem nach der Bankbeziehung mit JPMorgan, die 2025 wegen regulatorischer Sorgen beendet wurde.


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