Südkoreanische Krypto-Volumina fallen auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren
Der Rückgang fällt mit schwächeren KOSPI- und KOSDAQ-Märkten sowie strengeren Vorgaben der Financial Services Commission für VASPs und Großaktionäre zusammen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Das Krypto-Volumen in Südkorea ist auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren gefallen, mit einem Wochenumsatz unter 10 Billionen Won.
- Das gemeinsame Volumen auf fünf großen Fiat-Krypto-Exchanges sank innerhalb einer Woche um 25,75 Prozent und ging fünf Wochen in Folge zurück.
- Strengere Regeln und ein schwächerer Aktienmarkt drücken die Risikobereitschaft vor allem privater Trader in Südkorea.
Südkoreas Krypto-Markt ist auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren zurückgefallen. Erstmals seit September 2023 lag der Wochenumsatz unter 10 Billionen Won. Der Rückgang fällt zeitlich mit einer deutlichen Korrektur am südkoreanischen Aktienmarkt zusammen, an dem die Risikobereitschaft spürbar nachlässt.
Volumen sinkt fünf Wochen in Folge
Zwischen dem 3. und 10. Juli belief sich das gemeinsame Handelsvolumen auf den fünf größten Fiat-Krypto-Exchanges Upbit, Bithumb, Coinone, Korbit und Gopax auf rund 9,97 Billionen Won beziehungsweise 6,65 $ Milliarden (5,8 € Milliarden). Das entspricht einem Rückgang von 25,75 Prozent gegenüber den 13,4 Billionen Won der Vorwoche und liegt rund 43,5 Prozent unter dem Niveau von Anfang Juni.
Marktdaten zufolge ist das bereits die fünfte Woche mit rückläufigen Umsätzen in Folge. Das spricht für eine breite Abkühlung der Handelsaktivität, vor allem bei privaten Tradern, die in Südkorea traditionell schnell zwischen Krypto und anderen risikoreichen Anlageklassen wechseln.
Strengere Regeln belasten zusätzlich
Der Rückgang kommt nicht überraschend. Bereits im ersten Quartal 2026 ging das gemeinsame Volumen spürbar zurück, wobei Bithumb mehr als 30 Prozent verlor. Auch ein operativer Fehler bei Bithumb Anfang dieses Jahres dürfte das Vertrauen vorsichtiger Retail-Anleger zusätzlich belastet haben.
Hinzu kommt der zunehmende regulatorische Druck. Die Financial Services Commission hat strenge Vorgaben für VASPs eingeführt, darunter Bankkonten mit Klarnamen und Zertifikate zur Informationssicherheit. Außerdem wurde im März 2026 eine Eigentumsobergrenze von 20 Prozent für Großaktionäre an Krypto-Exchanges wie Upbit und Bithumb eingeführt. Die Maßnahme soll eine zu starke Machtkonzentration verhindern und gibt Marktteilnehmern drei Jahre Zeit, die Vorgaben umzusetzen.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter zeigt diese Entwicklung, wie eng Krypto- und Aktienmärkte in Südkorea miteinander verbunden sind. Der KOSDAQ ist in neun Wochen um 31 Prozent gefallen und der KOSPI ist in technisches Bärenmarkt-Territorium gerutscht, während der KI-Handel und die starke Konzentration auf Samsung und SK Hynix die Schwankungen zusätzlich verstärken. Südkorea gilt damit als nützlicher Gradmesser dafür, wie schnell Retail-Liquidität austrocknen kann, wenn sich die allgemeine Risikostimmung verschlechtert.
Analysten werten den Rückgang nicht zwingend als endgültigen Abschied von Krypto, sondern eher als Verlagerung der Aktivität. Ein Teil des Handels könnte auf kleinere Plattformen, DEXs oder traditionelle Assets ausweichen, während die geringere Liquidität auf großen Exchanges die Spreads und die Fee-Einnahmen unter Druck setzen dürfte. Das passt zu einem breiteren Trend, bei dem große Plattformen ihr Angebot ausweiten, um die Handelsaktivität zu stabilisieren, wie Krypto-Exchanges, die um Aktien und Rohstoffe erweitern.