Spot-Bitcoin-ETFs verzeichnen im Juni Rekordabflüsse von 4 Milliarden Dollar
Die Abflüsse bei US-Spot-Bitcoin-ETFs deuten auf eine nachlassende institutionelle Nachfrage hin, während Bitcoin in der ersten Jahreshälfte deutlich zurückblieb.

Wichtigste Erkenntnisse
- US-Spot-Bitcoin-ETFs haben im Juni mit 4,06 Milliarden Dollar den höchsten Monatsabfluss seit ihrem Start im Januar 2024 verzeichnet.
- Allein in der letzten Juniwoche flossen noch einmal rund 1,79 Milliarden Dollar ab. Das war der zweithöchste Wochenabfluss seit Handelsbeginn.
- Nach 2,43 Milliarden Dollar Abflüssen im Mai summiert sich der Rückgang in den ersten sechs Monaten von 2026 auf rund 5 Milliarden Dollar und fiel mit einem Bitcoin-Minus von etwa 30 % zusammen.
US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs haben im Juni Nettoabflüsse von 4,06 Milliarden Dollar (3,6 Milliarden Euro) verbucht. Damit wurde der bisherige Höchstwert von 3,56 Milliarden Dollar (3,1 Milliarden Euro) aus dem Februar 2025 klar übertroffen. Die Daten stammen von SoSoValue.
Abflüsse trotz Erwartungen an eine Erholung
Auch in der letzten Juniwoche setzte sich der Trend fort. In diesem Zeitraum wurden weitere rund 1,79 Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) abgezogen. Das ist der zweithöchste Wochenabfluss seit dem Start dieser ETFs. Im Markt war im Juni zunächst mit einer Gegenbewegung gerechnet worden, auch mit Blick auf den Börsengang von SpaceX am 12. Juni. Diese Erholung blieb jedoch aus. Spot-Bitcoin-ETFs gelten als wichtiger Indikator für institutionelle Anleger, die über regulierte Produkte in Bitcoin investieren wollen, ohne die Coins direkt zu halten.
Auswirkungen auf Bitcoin und institutionelles Interesse
Nach den Abflüssen im Juni kamen im Mai weitere 2,43 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro) an Nettoabflüssen hinzu. Zusammen ergibt das für zwei Monate fast 6,5 Milliarden Dollar (5,7 Milliarden Euro). Das entspricht in etwa der Marktkapitalisierung von Kryptowährungen wie Zcash, einer der 15 größten Kryptowährungen weltweit. Für die erste Hälfte von 2026 summiert sich der Nettoabfluss auf rund 5 Milliarden Dollar (4,4 Milliarden Euro). Der Rückgang des institutionellen Interesses spiegelt sich auch im Bitcoin-Kurs wider, der in den ersten sechs Monaten um etwa 30 % gefallen ist und damit schlechter abgeschnitten hat als fast alle anderen großen Anlageklassen.
Die jüngsten Abflüsse aus Spot-Bitcoin-ETFs fallen zudem in eine breitere Korrektur am Kryptomarkt, wobei Bitcoin im Vergleich zu anderen Assets unterdurchschnittlich abschneidet. Das spricht für eine geringere Nachfrage institutioneller Anleger nach reguliertem Bitcoin-Exposure in diesem Zeitraum. Gleichzeitig passt das in die breitere Debatte darüber, ob der Markt bereits nahe an einem Boden liegt, wie in der jüngsten Bodendiskussion rund um Bitcoin.
Relevanz für europäische Anleger
Für europäische Anleger könnte dieser Trend auf eine allgemein vorsichtigere Haltung institutioneller Marktteilnehmer weltweit hindeuten. Das dürfte auch Auswirkungen auf die Verfügbarkeit und Preisgestaltung ähnlicher Anlageprodukte in Europa haben. Zugleich zeigt sich daran, dass selbst regulierte Produkte wie Spot-Bitcoin-ETFs bei fallenden Kursen und wechselnder Marktstimmung unter Druck geraten können.