Das Ende von Gary Gensler? Diese 3 Optionen hat er
Die vergangenen Monate liefen nicht wirklich gut für den Vorsitzenden der US-Börsenaufsicht SEC.

Die vergangenen Monate liefen nicht wirklich gut für den Vorsitzenden der US-Börsenaufsicht SEC. Seit dem FTX-Skandal versucht Gary Gensler hart gegenüber dem Blockchain-Sektor vorzugehen. Er verklagt das eine Kryptounternehmen nach dem anderen. Doch anders als er hofft, wird immer deutlicher, dass viele Gerichte seine Meinung nicht teilen und dass sich die eigene Leitung der SEC zunehmend von ihrem Vorsitzenden distanziert. Welche Optionen hat er noch?
Die zweite große Pleite: Nach Ripple jetzt Grayscale
Neben den zahlreichen kleineren Rechtsstreitigkeiten, die die US-Börsenaufsicht SEC gegen den Kryptosektor führt, richtete sich die Aufmerksamkeit vor allem auf zwei Gerichtsentscheidungen, die dem Ruf von Gary Gensler schwer geschadet haben. Erstens der Prozess gegen Ripple, den Herausgeber von XRP. Dieser wurde von Gensler beschuldigt, unregistrierte Wertpapiere mit seiner Kryptowährung herausgegeben zu haben. Das Gericht sah es überwiegend anders, und der Sektor feierte dies als Punktlandsieg gegen die staatlichen Behörden.
Auch wichtig ist der Dämpfer, den die SEC letzte Woche von einem Berufungsgericht in Washington erhielt. Die generelle Ablehnung des Bitcoin-ETN-Antrags von Grayscale war falsch. Demütigend sagte Richterin Neomi Rao: "Grayscales Ablehnung des Vorschlags war willkürlich und unüberlegt, weil die Kommission es nicht geschafft hat, ihre unterschiedliche Behandlung ähnlicher Produkte zu erklären".
SEC: Eine Behörde mit Imageproblemen
Eine derartige Mitteilung ist eine peinliche Klatsche für die sonst so mächtige Bundesbehörde SEC. Als Vorsitzender der US-Börsenaufsicht SEC ist es Genslers Aufgabe, das Ansehen der SEC zu schützen und nicht zu gefährden durch unüberlegte und politisch motivierte Wellen von Rechtsstreitigkeiten.
Indem er sich mehr wie ein Politiker und weniger wie der Leiter einer Behörde verhält, opfert Gensler zunehmend das Image seiner Bundesbehörde. Nach dem FTX-Skandal versuchte er, seine politische Glaubwürdigkeit gegenüber seinen politischen Anhängern, vor allem Demokraten, durch sein Sheriff-Verhalten zurückzugewinnen. Die persönliche Kampagne entwickelt sich zunehmend zu einer Katastrophe für ihn.
Die Autorität von Gensler ist in Gefahr
Glaubwürdige und verlässliche Institutionen sind die Grundlage jeder Demokratie und wichtig für Unternehmertum. Die Tatsache, dass die SEC beispielsweise Bitcoin-Spot-ETN-Anträge mit nachweislich schwachen Begründungen ablehnt, erschüttert dieses Grundvertrauen.
Dass jede Frist zur Annahme oder Ablehnung von Bitcoin-Spot-ETN-Anträgen nun verlängert wird, ist eine Schande. Jeder weiß, dass offizielle Fristen von Behörden selten eingehalten werden.
Sogar Strafzettel werden zu Wertpapieren?
Wenn du nur einen Hammer hast, scheinen alle Probleme Nägel zu sein. Diese Weisheit lässt sich auch auf die US-Börsenaufsicht SEC anwenden, die nur zuständig ist, wenn es um Wertpapierfragen geht. Daher sieht Gary Gensler, um keine Macht zu verlieren, überall nur Wertpapiere, anderen Bundesbehörden wie der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) würden sonst Zuständigkeiten beanspruchen.
Während Coinbase und die SEC zum Beispiel über Unstimmigkeiten streiten, konnte die Kryptobörse problemlos mit der CFTC zusammenarbeiten und von ihr die Erlaubnis erhalten, Futures zu handeln, was ebenfalls eine Beleidigung für die SEC ist. Das erweckt den Eindruck, dass nicht immer die Schuld bei den angeblich dubiosen und inkompetenten Kryptounternehmen liegt, sondern bei einer Behörde, die sich widerspenst.
Kürzlich sieht Gensler auch Auswirkungen in ausgewählten NFTs, wie aus der Klage gegen das Medialunternehmen Impact Theory hervorgeht. Seine Obsession sorgt online für immer mehr Memes, die seine Börsenobsession aufgreifen.
Gensler unter Feuer
Inzwischen nehmen der Druck von allen Seiten zu. Viele Republikaner fordern schon seit einer Weile seinen Rücktritt. Die Kosten für die Biden-Regierung, Gensler zu unterstützen, steigen weiter. Gleichzeitig hat er innerhalb seiner eigenen Kreise viel Unterstützung verloren.
Dass so offene Kritik aus der Führung der SEC kommt, sogar auf der Website der US-Börsenaufsicht selbst, zeigt, wie erledigt Gensler jetzt ist. Die Vorsitzenden Hester Peirce und Mark T. Uyeda hatten die Beurteilung durch ihre eigene Autorität in der NFT-Sache kritisiert.
Die drei Optionen von Gary Gensler
Gensler hat sich in eine Sackgasse manövriert. Es allein zu verlassen funktioniert nicht mehr. Dafür hängen zu viele Rechtsstreitigkeiten und kompromisslose Standpunkte an seiner Person. Es gibt also drei Optionen:
- Die einfachste Option ist Rücktritt. Die SEC könnte einen Neuanfang mit der Kryptoregulierungsdruch machen und versuchen, die Angelegenheiten zu glätten, und er wäre aus der Schusslinie. Allerdings müsste er zugeben, dass er gegen die Kryptosektor verloren hat.
- Er macht weiter wie bisher und geht auf Gewinn. Wenn es ihm gelingt, die Kryptosektor an die Leine zu legen und unter der vollständigen Aufsicht seiner Behörde zu stellen, könnte er das als Sieg betrachten. Als starker Mann der SEC hätte er politische Rückendeckung. Das wäre allerdings vorbei, wenn die Republikaner nächstes Jahr die US-Wahlen gewinnen. Bei Regierungswechsel könnte Gensler wahrscheinlich seines Amtes enthoben werden.
- Er versucht das Image zu ändern und strebt eine gesichtsschonende Lösung an. Der Versuch einer sanften Annäherung durch immer offeneres Zugehen auf die Krypto-Wirtschaft und eine zunehmend konstruktive Zusammenarbeit ist jedoch kaum noch möglich. Die Gräben sind zu tief und seine Standpunkte zu fest verankert.
Gensler vs. Krypto: Ein sinnloser Kampf
Inzwischen sind nicht nur die Krypto-Industrie und die Republikaner gegen Gensler, sondern auch immer mehr seiner eigenen Mitarbeiter und die Wall Street. Gegen YouTuber wie Impact Theory vorzugehen, ist eine Sache; gegen BlackRock anzutreten, eine andere. Die Kosten für die Biden-Regierung, ihn zu unterstützen, steigen durch den öffentlichen Druck exponentiell.
Die Stigmatisierung der Krypto-Wirtschaft und die Unterwerfung unter die Wertpapiergesetze, zu der Gensler aufruft, sind unrealistisch. Es geht hier nicht um ein einzelnes Unternehmen, sondern um eine gesamte Branche, eine eigene Technologie, gegen die Gensler die Oberhand zu gewinnen versucht. Gleichzeitig muss er sich bewusst sein, dass dies an Größenwahn grenzt.