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Die heuchlerische Kritik von Michael Saylor, Cathie Wood und Frank Thelen.

Einst gefeierte Anlagegurus, heute stärker kritisiert als je zuvor: Tech- und Krypto-Investoren.

Die heuchlerische Kritik von Michael Saylor, Cathie Wood und Frank Thelen.

Einst gefeierte Anlagegurus, heute stärker kritisiert als je zuvor: Tech- und Krypto-Investoren. Mit der Malaise am Finanzmarkt geraten sie zunehmend unter Druck oder brauchen eine Erklärung. Warum die Kritik an ihrer Anlagestrategie oft heuchlerisch ist.

Dieses Jahr war kein einfaches Jahr für Tech- und Krypto-Investoren wie Cathie Wood oder Frank Thelen. Im Verlauf der schweren Marktkorrektur sind ihre Fonds stark gefallen. Cathie Wood's Ark Innovation ist nun etwa 70 Prozent vom Hochpunkt von US$138 auf US$42 gefallen. Das 10x DNA-Fonds von Thelen fiel von 28 Euro auf seinem Allzeithoch auf etwa 14 Euro zurück, ein Rückgang von rund 50 Prozent.

Die Stimmung hat sich verkehrt

Auch andere Investoren, vor allem aus dem Kryptosektor, mussten gelegentlich Spott und Bisse einstecken. Michael Saylor, Elon Musk, Mike Novogratz oder andere bekannte Namen, die stark in Bitcoin und Co. investiert haben, wurden öffentlich in ihrem Investorenimage kritisiert. Letztere war sogar stark in die eingestürzte Terra Luna Coin investiert.

Manch kleiner Anleger, der selbst stark in Tech und Krypto investiert ist, hat dies am eigenen Leib zu spüren bekommen. Familie, Freunde oder Kollegen, die vor einem Jahr um Tipps baten oder einfach still und neidisch auf den Investmenterfolg schielten, können sich nicht des gewissen Schadenfreudes entziehen, sofern sie nicht investiert sind. Oder anders gesagt: Sie wussten heimlich besser und hielten deshalb ihre Hände von den Innovationswerten.

Ohne Tech-Investoren kein Wert

Es ist verständlich, die Meme-Investoren ins Visier zu nehmen, denn sie investieren offensichtlich in Unsinn. Die überwältigende Mehrheit der Investitionen sind jedoch keine Meme-Kryptowährungen oder Aktien, sondern Projekte mit echter Zukunftsvision. Ob es um das Genom-Sequencing-Unternehmen Invitae, das Telemedizin-Unternehmen Teladoc oder die Kryptowährung Ethereum geht.

Soweit man an technologischen Fortschritt glaubt, der uns in den kommenden Jahren helfen wird, nicht nur Probleme zu lösen, sondern auch eine hohe Wertschöpfung zu erreichen, kann man Innovationstitel nicht auslassen. Einige haben vielleicht vergessen, dass die Werte von heute und die verdeckten Champions aus dem Schwarzwald auch einmal Start-ups waren.

In der Zeit von Carl Benz am Ende des 19. Jahrhunderts glaubten nur wenige, dass das Auto durchsetzen würde. Dennoch entstanden in den ersten Jahren Hunderte von Start-Automobilunternehmen. Wikipedia spricht sogar von 3.000 Automobilherstellern in den USA, von denen schließlich nur drei bekannte Unternehmen eine signifikante Marktdurchdringung erreichten: Ford, General Motors und Chrysler. Innovationswerte haben immer eine wahrscheinlich scheiternde Komponente.

Timing und Überbewertung

Jetzt gibt es noch zwei beliebte Kritikpunkte, nämlich das Timing und die Bewertung der Unternehmen oder Kryptowährungen. Das bedeutet: Wie kann man in einer so hohen Bewertung und in einem so heißen Markt investieren – in Anspielung auf 2020/2021?

Der Punkt der Bewertung ist sicherlich nicht unbegründet. Unternehmen, die mehr Geld verbrennen als sie verdienen, doppelt-digitig zu bewerten, ist hoch gegriffen. Rückblickend sind wir alle klüger.

Kritiker übersehen an diesem Punkt jedoch gerne, dass optimale Timing an den Märkten Wunschdenken ist und eher durch Zufall als durch Können entsteht. Angesichts der enormen Geldmengenexpansion und des schnellen technologischen Fortschritts ist es sehr schwer zu beurteilen, wann und in welchem Maß Bewertung gerechtfertigt ist. Dies gilt insbesondere für den ungreifbaren Kryptowährungssektor.

ETFs sind keine Hedgefonds

Lassen Sie uns in diesem Zusammenhang zu den prominenten Tech-Investoren Cathie Wood und Frank Thelen zurückkommen. Ihre Fonds, die in Tech und Krypto investieren, basieren auf einem einfachen Versprechen: Wir stellen Ihnen ein Portfolio aus Innovationsaktien mit entsprechend großem Zukunftspotenzial zusammen. Mehr und nichts weniger.

Dies sind keine Hedgefonds, die in jeder Marktsituation eine Total-Return-Strategie mittels Short-Optionen und anderen Derivaten verfolgen. Wer das erwartet, hat sich offenbar vorher nicht gut informiert. Selbst im Fall des 10x-DNA-Fonds von Thelen, der im Gegensatz zu Cathie Wood kein ETF ist, sondern ein aktiv verwaltetes Fonds, lässt sich leicht erkennen, dass unter anderem mindestens die Hälfte des Geldes in Aktien investiert ist, d. h. Long-Only.

Es wird deutlich, dass die Performance dieser Fonds sich nicht loslösen lässt von der Makro- oder Marktsituation. Die schweren Verluste der letzten Monate waren daher unvermeidlich. Generell sollte man die Fähigkeit von Fondsmanagern nicht überschätzen. Am Ende werden sie meist genauso überrascht von Marktentwicklungen wie Privatanleger. Ihre Performance hängt eher von der Fundamentalanalyse der Underlyings ab, sprich Auswahl, als von einer aktiven Handelsstrategie.

Tech-Investoren haben gute Karten

Wer sich nicht als aktiver Trader sieht, der auch kurze Derivate nutzt, ist zum Optimismus an der Börse verdammt. Diejenigen, die über einen ausreichenden Anlagehorizont und Diversifikation verfügen, haben mit ihrer optimistischen Haltung auf lange Sicht immer Recht behalten.


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