So viel Kryptowährung besitzt die deutsche Regierung
Kryptowährungen sind heute ein wichtiger Bestandteil des Finanzsektors.

Kryptowährungen sind heute ein wichtiger Bestandteil der Finanzwelt. Und daher auch bei der deutschen Bundesregierung. Im Anschluss an einen Bericht ist klar geworden, wie viel Crypto die deutsche Regierung eigentlich eigenständig besitzt.
Die AfD, eine rechtspopulistische Partei aus Deutschland, stellte parlamentarische Anfragen zu Kryptodonation zugunsten der Ukraine. Die Bundesregierung lieferte Antworten in Form eines Berichts. Was ergibt das? Die deutsche Regierung sammelt seit 2015 Bitcoin. Die restlichen Antworten sind unten beschrieben.
Das Kryptoportfolio der deutschen Regierung
31,41954211 Bitcoins, mit einem Wert von fast 650.000 US-Dollar. Das ist die Menge an BTC, die die deutsche Regierung zwischen 2015 und 2021 gesammelt hat. Die Anschaffung und das Management erfolgten über die Börse Bitcoin.de. In welchem Tempo die Käufe getätigt wurden und welche Staatsorgane daran beteiligt waren, ist nicht bekannt. Das Dokument erläutert auch nicht, was der endgültige Zweck der Crypto ist. Das Bundesfinanzministerium bzw. das Bundesministerium des Innern will keine Informationen zu den Gründen der Investition bereitstellen. Was sicher ist, ist, dass „die Crypto-Assets nicht zu Anlagezwecken verwendet werden.“ sagte der FDP-Politiker Frank Schäffler.
Man kann nur spekulieren, wofür sie [Bitcoin] verwendet werden. Es ist möglich, dass die Crypto-Assets in mehreren Ermittlungsverfahren aufbewahrt wurden. Das erklärt, warum seit 2015 nicht nur fast 39 Bitcoin beschlagnahmt wurden, sondern auch die Privacy-Coin Monero. Alles in allem hat das beschlagnahmte Krypto-Vermögen einen Wert von 70 BTC – derzeit etwas weniger als 1,4 Millionen Euro. Ein relativ niedriger Betrag. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 versteigerte Nordrhein-Westfalen allein 215 beschlagnahmte Bitcoin (über dem Marktwert).

Internationale Wale
Neben eigenen Investitionen hält die Bundesregierung zahlreiche weitere Krypto-Assets. Diese wurden „während Strafverfahren beschlagnahmt“. Nicht nur Deutschland macht das: auch die USA und die chinesische Regierung haben Kryptounter-Assets von kriminellen Vorfällen behalten. Im November nahmen die US-Behörden etwa 50.676 Bitcoin von Silk Road beschlagnahmt. China wird inzwischen als Bitcoin-Wale betrachtet und würde fast 200.000 BTC besitzen. Deutschland, mit lediglich 38 beschlagnahmten Coins, kommt also kaum in die Nähe der echten „Großen“.
Bundesnachrichtendienst (BND) verweigert Zeugenaussage
Auch die Rückmeldung des Bundesnachrichtendienstes (BND) zu dem Antrag ist interessant. Anstatt einer klaren tabellarischen Auflistung verweigert die BND eine Stellungnahme. Damit untergräbt der BND das verfassungsmäßig garantierte Recht des Bundestags, Fragen zu stellen und Informationen von der Bundesregierung zu erhalten. Die Behörde tut dies, um die Interessen des Staates zu schützen. Offenlegung der angefragten Informationen birgt das Risiko, dass Details über die konkrete Methodik und spezifische Fähigkeiten des BND bekannt werden, was äußerst schützenswert ist. Es bleibt Spekulation, inwieweit der BND in den Kryptosektor eingedrungen ist und welche konkrete Methodik dabei verwendet wurde.
Kryptospenden an die Ukraine?
Die ursprüngliche Frage betraf die Beteiligung der deutschen Regierung an der ukrainischen Kryptospendenkampagne. Es stimmt, dass Präsident Zelenski dem Kanzler Scholz mehrfach für seine Hilfe gedankt hat. Die Unterstützung kam jedoch nicht in Form von Kryptowährungen, wie die deutsche Regierung jetzt bekannt gemacht hat. Denn: „Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine hat sie zu keinem Zeitpunkt an Kryptospenden teilgenommen.“
Doch wurde der Spendenfonds ukrainischer Nichtregierungsorganisationen im letzten Jahr gefüllt. Sogar ohne Hilfe des deutschen Staates. Insgesamt hat die Ukraine mehrere Millionen Dollar an Kryptowährungen gesammelt. Der Weg über verschiedene NFT-Kollektionen hat hier ebenfalls geholfen.