Finst

Twitter sitzt ohne Mitarbeiter

Elon Musk wollte Twitter grundlegend umkrempeln und mit großangelegten Einsparungen.

Twitter sitzt ohne Mitarbeiter

Elon Musk wollte Twitter grundlegend umkrempeln und mit großangelegten Sparmaßnahmen. Jetzt hat er keine Mitarbeiter mehr. Hat der Tesla-Chef einen Fehler gemacht?

Die Begeisterung über die Übernahme von Twitter durch Elon Musk war außerhalb des Kryptoraums begrenzt. Aus dem Lager der Bitcoin-, Ethereum- und vor allem Dogecoin-Fans waren die Erwartungen jedoch hochgespannt. Der selbsternannte Memecoin-Fan und selbsternannte "Dogefather" flirtete schließlich seit Monaten öffentlich mit der Möglichkeit, nach der Übernahme Cryptozahlungen in das soziale Netzwerk zu integrieren, indem DOGE-Token und eine Wallet eingeführt würden. Doch angesichts der aktuellen Unruhe im Unternehmen, das laut Musk 4 Millionen Dollar pro Tag verbrennt, rücken diese Ankündigungen immer weiter in den Hintergrund.

Kurz nachdem der Tesla-Chef am Tag der Übernahme mit einem Waschbecken-Witz sein Domizil im Twitter-Hauptquartier in San Francisco bezogen hat, begann Musk mit seiner groß angelegten Restrukturierung, wobei er als ersten Schritt das obere Management des Unternehmens entlassen hat. Der ranghöchste Anwalt wurde dabei sogar aus dem Gebäude eskortiert. Ein Schritt, der zweifellos die Gemüter der Mitarbeitenden erhitzt hat. Auch für sie kündigte Musk rasch an, dass Jobs gestrichen würden – und zwar in großem Stil.

Twitter: Elon Musk entlässt einen Großteil der Belegschaft

Musk wollte vor etwas mehr als zwei Wochen 3.700 Stellen streichen und begann unverzüglich mit der Umsetzung seines Plans. Die Massenentlassungen folgten einem kollektiven Rechtsstreit. Um ein derartiges juristisches Dilemma in Zukunft zu vermeiden, schickte Elon Musk vor etwa einer Woche eine E-Mail an die gesamte Belegschaft, in der er den Mitarbeitenden ein Ultimatum setzte: Entweder sie klicken auf „Ja“ und stimmen zu, unzählige Stunden zu arbeiten, viel Überstunden zu machen und außergewöhnliche Vergünstigungen für „Twitter 2.0“ zu genießen – und das alles bei demselben Gehalt. Oder sie klicken auf „Nein“, verlassen das Unternehmen und erhalten eine Abfindung von drei Gehältern.

Das Problem für Elon Musk: Die überwiegende Mehrheit wählte Letzteres. Wie Futurism berichtet, ist der neugewählte Twitter-Chef nun in Panik, weil er damit nicht gerechnet hatte. George Orosz, ein Entwickler aus dem Silicon Valley, der Twitter nahe steht, sagte, dass so wenige Entwickler von Musks «Bluff» hereingefallen seien, dass er nun verzweifelt versuchte, sie davon abzuhalten, das Unternehmen zu verlassen: „Ich bin mir nicht sicher, ob Elon sich bewusst ist, dass Entwickler mit der Erfahrung, Twitter gebaut zu haben, bessere Optionen haben als die Bedingungen, die er jetzt skizziert.“

Und so bleibt die Frage, ob Elon Musk einige der Entwickler, die nun die Reißleine gezogen haben, davon überzeugen kann, das Gegenteil zu tun. Es sieht weiterhin schlecht aus: Wie unter anderem die BBC berichtete, hat das Twitter-Hauptquartier nun seine Türen geschlossen wegen der Massenentlassungen, und das Personal kann erst am Montag hinein. Ein anonymer Twitter-Mitarbeiter sagte der BBC, dass am Montag weniger als 2.000 Mitarbeitende übrig seien. Vor der Übernahme durch Musk waren es 7.500.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.