US-10-Jahresrendite über 5 % setzt Bitcoin unter Druck
Die steigenden Zinsen erhöhen den Druck auf risikoreiche Assets; auch Bitcoin spürt das, während die Fed-Sitzung dem Markt eine Richtung geben könnte.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die US-10-Jahresrendite stieg am Montag über 5 %, das höchste Niveau seit drei Jahren.
- Höhere Zinsen machen Staatsanleihen attraktiver und setzen Bitcoin und Aktien zusätzlich unter Druck.
- Bitcoin blieb bei rund $77.800 relativ stabil, während die kommende Fed-Sitzung für den Markt wichtig wird.
Die US-10-Jahresrendite ist am Montag über 5 % gestiegen, das höchste Niveau seit drei Jahren. Das setzt den Kryptomarkt und Aktien zusätzlich unter Druck, weil sichere Staatsanleihen plötzlich wieder eine attraktivere Alternative zu risikoreichen Anlagen wie Bitcoin werden.
Zinsen machen Risiko schwerer
Der Anstieg der Zinsen bedeutet, dass Kredite für Haushalte und Unternehmen teurer werden. Auch Aktien werden weniger attraktiv, wenn Anleger ohne großes Risiko bereits eine solide Rendite auf Staatsanleihen erzielen können. Analysten sehen das als einen ernsthaften Test für die Bewertung von Aktien, falls die Zinsen weiter steigen.
Laut Antony Ghee, Leiter Equity Investments bei Merrill und Bank of America Private Bank, ist ein anhaltender Ausbruch über 5 % die größte kurzfristige Sorge für Aktien. Höhere Zinsen können auch die Finanzierungskosten für Unternehmen erhöhen, was sich wiederum auf die Gewinne auswirkt, die Aktienkurse stützen. Hinzu kommen höhere Staatsverschuldung und KI-bezogene Infrastrukturschulden, die in diesem Jahr den Druck auf die Zinsen mit beeinflussen.
Bitcoin hält sich vorerst
Bitcoin lag bei rund $77.800 (€67.400) und bewegte sich am Montag insgesamt leicht nach oben. Die Kryptowährung hat den Zinsanstieg bislang recht gut verkraftet, doch die Logik hinter dem Markt bleibt klar: Wenn Staatsanleihen etwa 5 % abwerfen, muss ein nicht verzinslicher Vermögenswert wie Bitcoin mehr überzeugen, um Kapital anzuziehen.
Das macht die kommende Fed-Sitzung besonders wichtig. Händler preisen derzeit eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung ein. Eine Pause oder ein milderer Ton der Fed könnte die Zinsen drücken und den Druck auf Bitcoin und Aktien verringern. Eine Erhöhung mit strafferen Aussichten könnte dagegen den gegenteiligen Effekt haben.
Auch der breitere Kryptomarkt bleibt anfällig für dieses Zusammenspiel aus Zinsen und Risiko. Bitcoin bewegt sich weniger eng mit den Zinsen als Gold hatte bereits gezeigt, dass die Kryptowährung nicht immer eins zu eins auf höhere Treasury-Renditen reagiert, auch wenn der makroökonomische Druck kurzfristig spürbar bleibt.
Bedeutung für Krypto
Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem relevant, weil US-amerikanische Zinsen oft schnell auf die weltweite Risikobereitschaft durchschlagen. Wenn sichere Anleihen mehr abwerfen, kann das das Interesse an Bitcoin und anderen risikoreichen Assets vorübergehend bremsen. Die Bewegung zeigt auch, wie stark makroökonomische Nachrichten weiterhin auf Krypto durchwirken, selbst wenn sich die Kryptowährung an einem Tag selbst kaum bewegt.