Utah klagt Kalshi strafrechtlich wegen illegalen Glücksspiels an
Der Fall dreht sich um die Frage, ob Event Contracts unter die Aufsicht der CFTC fallen oder als Online-Glücksspiel gelten. Utah verschärft damit den Konflikt zwischen Bundesstaaten und föderalen Regeln.

Wichtigste Erkenntnisse
- Utah hat strafrechtliche Anklagen gegen Kalshi und die beiden Gründer wegen mutmaßlicher Förderung von illegalem Glücksspiel erhoben.
- Der Staat sagt, dass ein Undercover-Agent über die Plattform 12 Sportwetten mit lokaler Adresse, Telefonnummer und Debitkarte platziert hat.
- Kalshi argumentiert, dass die Sportwetten finanzielle Derivate unter föderalen CFTC-Regeln sind, was mit dem Staatsrecht kollidiert.
Utah hat strafrechtliche Anklagen gegen die Prediction-Market-Plattform Kalshi und die beiden Gründer erhoben, weil das Unternehmen nach Ansicht des Bundesstaats illegales Glücksspiel gefördert haben soll. Es geht um 14 Anklagen gegen KalshiEX LLC, Tarek Mansour und Luana Lopes Lara. Zugleich zeigt der Fall, wie stark sich der Streit um Prediction Markets in den USA zuspitzt.
Strafverfahren neben zivilrechtlicher Klage
Die Ankläger gehen mit einem schweren Vorwurf vor: eine Anklage wegen eines mutmaßlichen Musters rechtswidriger Aktivitäten, 12 Anklagen wegen der Förderung von Online-Glücksspiel und noch eine Misdemeanor-Glücksspielanklage. Nach Angaben von Utah stützt sich der Fall auf Beweise, die ein Undercover-Agent aus dem Büro des Generalstaatsanwalts mit einer lokalen Adresse, Telefonnummer und Debitkarte gesammelt hat.
Dieser Agent soll im September über die Plattform 12 einzelne Sportwetten platziert haben. Utah sagt, das zeige, dass Kalshi innerhalb der Staatsgrenzen illegales Glücksspiel ermöglicht habe. Kalshi reagierte vor der Veröffentlichung nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
Föderale Regeln kollidieren mit den Bundesstaaten
Kalshi sagt schon länger, dass Sportwetten auf der Plattform kein Glücksspiel seien, sondern finanzielle Derivate, die unter die föderalen Regeln der Commodity Futures Trading Commission fallen. Das Unternehmen ist eine föderal regulierte Exchange in den USA und lässt Nutzer mit Event Contracts auf Ergebnisse wie Wahlen, Sport, Wirtschaftsdaten und Wettermuster handeln.
Auch die CFTC selbst spielt in dem Konflikt eine Rolle. Die Aufsichtsbehörde beobachtet Prediction Markets schon länger und ist früher bereits gegen den Missbrauch nicht öffentlicher Informationen und gegen Betrug vorgegangen. Das macht Kalshis rechtliche Position zusätzlich kompliziert, zumal sich die Zuständigkeiten von Bundesstaaten und Washington bei den Aufsichtsfragen überschneiden.
Warum das für Europa relevant ist
Für europäische Krypto-Leser ist der Fall relevant, weil Prediction Markets immer häufiger an die Grenze zwischen Finanzprodukten und Glücksspiel stoßen. Das Ergebnis könnte zeigen, wie streng Behörden Plattformen behandeln, die Event Contracts anbieten, selbst wenn sie sich als regulierter Markt positionieren. Das berührt auch grundsätzlicher die Frage, wie neue Handelsformen innerhalb von Krypto und Web3 rechtlich eingeordnet werden.
Auch der breitere Aufsichtsstreit um Prediction Markets läuft schon länger. Die CFTC und Kalshi liegen etwa bereits seit Längerem über die Frage im Streit, wer Event Contracts regulieren darf, was die Unsicherheit für solche Plattformen weiter erhöht.