Wer wird FTX in Zukunft wieder eröffnen?
Von den 75 Kandidaten, die FTX übernehmen wollten, sind nur noch drei übrig.

Von den 75 Kandidaten, die FTX übernehmen wollten, sind nur noch drei übrig. Was ist bekannt über die Kandidaten?
Der Aufstieg von FTX war beispiellos. Die Krypto-Börse von Sam Bankman-Fried, 2019 gegründet, entwickelte sich rasch zu einem Schwergewicht der Branche. Das Unternehmen war zeitweise 32 Milliarden Dollar wert, mit einer Kundenbasis von fast zehn Millionen Nutzern. Dann kam der abrupte Niedergang im November 2022, als das als innovativ gefeierte Unternehmen sich als riesiger Betrug entpuppte. Das Crypto-Imperium soll Milliardenbeträge veruntreut haben, darunter Gelder von institutionellen Investoren und Privatanlegern. Der Gründer Sam Bankman-Fried, in der Szene besser bekannt als SBF, ist nun schuldig befunden und die Justiz scheint ihren Weg gegangen zu haben.
Ein Jahr nach dem Zusammenbruch mehren sich die Anzeichen, dass die Kryptobörse ein Comeback vorbereitet. Unter neuem Management und neuen Strukturen. Was ist bisher bekannt über die Wiedereröffnung von FTX?
Bei FTX ist seit dem Absturz viel passiert. Es wurde ein erfahrener Insolvenzverwalter eingesetzt, der dem Krypto-Unternehmen wieder auf die Beine helfen und Geld sammeln soll, um geschädigten Kunden Entschädigungen zu zahlen. Es laufen derzeit mehrere Verfahren, unter anderem gegen die Eltern von SBF oder gegen K5, eine Investmentgesellschaft, mit der der ehemalige Krypto-Mogul Einfluss in der Promiwelt erwarb.
Drei Kandidaten auf der Shortlist
Hinter den Kulissen bereitet sich das Management allerdings auch auf ein Neuauflegen der Kryptobörse vor. Gerüchte über eine Wiedereröffnung machen seit Monaten die Runde. FTX war in Gesprächen mit fast 75 Investoren, die alle die Möglichkeit eines Neustarts prüfen wollten. Das Angebot wurde nun auf drei Kandidaten beschränkt: Bullish, Figure und die Proof Group. Das meldete Fox Business auf Basis interner Quellen. Was ist bisher bekannt über die Favoriten?
Proof Group
Proof Group ist eine Investmentgesellschaft aus dem Silicon Valley. Sie gehört zum "Fahrenheit"-Konsortium, einer Fusion verschiedener Unternehmen, die kürzlich den insolventen Krypto-Ausleihdienst Celsius erfolgreich übernahmen. Daneben ist die Proof Group auch an weiteren Projekten beteiligt. Zu diesen gehören Aptos, Lightspark und Sui. Das Unternehmen wird von Noah Jessop geleitet, der bereits einen langen CV mit Positionen bei verschiedenen Krypto-Unternehmen vorweisen kann.
Figure Technologies
Figure ist ein Fintech-Startup aus den USA. Gründer und CEO Mike Cagney stand zuvor lange an der Spitze des Krypto-Anlageplattform SoFi. Mit seinem neuen Unternehmen bietet Cagney Kreditdienstleistungen mithilfe von Blockchain-Technologie an.
Nach dem Celsius-Insolvenzantrag versuchte Figure ebenfalls, den Krypto-Kreditnehmer zu übernehmen, wurde aber letztlich vom Fahrenheit-Konsortium ausgestochen.
Bullish
Der letzte Bewerber für eine Übernahme von FTX ist Bullish, eine Kryptobörse mit Hauptsitz in Gibraltar. Der CEO, Tom Farley, hat Hintergrund in der traditionellen Finanzwelt, darunter einige Jahre an der New York Stock Exchange. Bullish wird von einer Reihe renommierter Investoren unterstützt. Unter ihnen PayPal-Gründer Peter Thiels Founders Fund und Hedgefonds-Manager Louis Bacon.
Entscheidung im Dezember
Laut Fox Business soll die endgültige Entscheidung darüber, wer das Angebot gewinnt, im Dezember fallen. Ob FTX insgesamt wieder an den Markt geht, hängt auch von der Wohlwollen der US-Beschaffung und Börsenaufsicht SEC ab. Der Leiter der US-Börsenaufsicht SEC, Gary Gensler, ließ kürzlich anklingen, offen für eine Wiedereröffnung zu sein. Die Börse müsste jedoch strenge gesetzliche Anforderungen erfüllen. Konkret sagte Gensler: "Wenn Tom oder jemand anders in diesem Bereich aktiv werden will, dann nur in Übereinstimmung mit dem Gesetz." Es sei auch wichtig, dass (im Gegensatz zur Vergangenheit) "Funktionen nicht gemischt und gegen Kunden verwendet werden. Ob ihre Krypto-Assets für eigene Zwecke missbraucht werden", so der SEC-Chef.
Wegen der schandalösen Geschichte rund um FTX und Alameda spekulieren Branchenbeobachter zudem, dass eine Neupositionierung der Kryptobörse möglich ist. Unterdessen führte die Neuigkeit über die Wiedereröffnung zu einem Preissprung von FTT. Der eigene Token von FTX notierte zeitweise um mehr als 70 Prozent im Plus. FTT wird derzeit bei 2,18 $ gehandelt.
Höhere Entschädigung für FTX-Kunden?
Unterdessen warten geschädigte Kunden noch immer auf Rückerstattung ihres Geldes. Mitte Oktober kam Bewegung in den Fall, als der Insolvenzverwalter des pleitegegangenen Unternehmens eine nahezu vollständige Entschädigung in Aussicht stellte.
Ihm zufolge könnten Auszahlungen bis zu 90% möglich sein. Der Verwalter befindet sich aktuell noch in Gesprächen mit der US-Regierung zu Steuerfragen. Der Entschädigungsplan muss bis zum 16. Dezember beim Insolvenzrichter im US-Bundesstaat Delaware eingereicht werden.