WLFI-Anteil von Trump erhält Unlock-Pfad bis 2028
On-Chain-Daten zeigen, dass die Founder-Allokation über einen Vesting-Vertrag erst ab 2028 freigegeben werden kann. Das fällt mit neuen US-Ethikregeln rund um Krypto-Positionen von Spitzenfunktionären zusammen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Der WLFI-Anteil, der mit Donald Trump verknüpft ist, erhielt über einen Vesting-Vertrag einen Unlock-Pfad, mit der ersten möglichen Freigabe erst 2028.
- Am 19. Mai wurden 30 Milliarden WLFI an den Vertrag verschoben; nach einem verpflichtenden Burn von 10% blieben rund 14 Milliarden übrig.
- Der neue Clarity Act erhöht den Druck auf Krypto-Beteiligungen von Spitzenfunktionären, während das gesamte WLFI-Angebot nach dem Burn auf 96,7 Milliarden Token sank.
Der WLFI-Anteil, der mit Donald Trump verknüpft wird, hat nun einen Weg zur Verkäuflichkeit ab 2028, während der US-amerikanische Kongress strenger auf Krypto-Ethik für Spitzenfunktionäre schaut. On-Chain-Daten zeigen, dass sechs Wallets mit der Insider-Allokation von World Liberty Financial im Mai in einen Vesting-Vertrag eingingen, wodurch die zuvor gesperrten Token nicht mehr unbegrenzt blockiert sind.
Vesting-Vertrag legt Zeitplan fest
Laut den Blockchain-Daten ging es um 30 Milliarden WLFI, die am 19. Mai an den Vertrag verschoben wurden. Dabei mussten 10% der Token vernichtet werden, wie es die Regeln des neuen Schemas vorsehen. Nach diesem Burn hält eine der Wallets noch etwa 14 Milliarden WLFI, also dieselbe Menge wie die sogenannte Founder Allocation, die Trump zugeschrieben wird.
Die Token sind noch nicht direkt verkäuflich. Der Vertrag enthält eine zweijährige Cliff, was bedeutet, dass der erste Unlock erst 2028 stattfinden kann. Damit gibt es erstmals einen klaren On-Chain-Zeitplan für einen Anteil, der beim aktuellen WLFI-Preis rund 800 Millionen Dollar (693 Millionen Euro) wert ist.
Clarity Act erhöht den Druck
Der Zeitpunkt fällt mit einer neuen Version des Clarity Act zusammen, in der strengere Regeln für leitende Regierungsvertreter mit großen Krypto-Positionen stehen. Sie müssten ihre Beteiligungen abbauen oder in einen qualifizierten Blind Trust einbringen. Laut Berichten hat Trump dieser Regelung zugestimmt, auch wenn das Gesetz noch durch den Senat muss und dort weiterhin eine Hürde von 60 Stimmen gilt.
Das Gesetz ist schon länger ein politischer Streitpunkt. Demokraten im Senat haben Bedenken wegen möglicher finanzieller Interessenkonflikte rund um Trump und seine Familie geäußert, und die Ethikbestimmungen gelten als einer der schwierigsten Teile des Gesetzentwurfs. Auch die breitere Debatte über das Gesetz steht unter Druck, nachdem der Senat zuvor bereits Mühe hatte, den CLARITY Act durch den Ethikstreit zu bringen.
Was das für WLFI bedeutet
Für WLFI ist relevant, dass die Governance nun einen konkreten Unlock-Plan für Founder-Token festgelegt hat, die zuvor auf unbestimmte Zeit gesperrt waren. Laut der Projektdokumentation war die Teilnahme optional, und wer nicht mitmacht, bleibt weiterhin auf unbestimmte Zeit gesperrt. Damit wird die Vesting-Struktur vor allem wichtig dafür, wie der Markt auf Insider-Beteiligungen und künftige Token-Verkäufe blickt.
Das gesamte WLFI-Angebot ist durch den Burn auf 96,7 Milliarden Token gesunken, von der ursprünglichen Obergrenze von 100 Milliarden. Der Unlock-Vertrag ist damit zum größten einzelnen WLFI-Halter geworden, mit 46,1 Milliarden Token, also fast der Hälfte des gesamten Angebots.