Banken drängen den Senat zu Änderungen an der CLARITY Act
78 Bankgruppen wollen, dass der Senat Section 404 verschärft, vor allem beim Stablecoin-Yield und bei der Abgrenzung zu Bankeinlagen. Das Ergebnis könnte die CLARITY Act und den US-Markt für digitale Assets prägen.

Wichtigste Erkenntnisse
- 78 US-Bankgruppen fordern den Senat auf, Section 404 der CLARITY Act anzupassen, vor allem beim Stablecoin-Yield.
- Die Banken wollen unter anderem Formulierungen streichen und Ausnahmen enger fassen, damit Umgehungen des Verbots erschwert werden.
- Die Debatte ist politisch heikel, weil unklare Regeln laut den Banken Geld aus traditionellen Banken zu Krypto-Plattformen ziehen könnten.
78 US-amerikanische Bankgruppen haben den Senat dazu aufgefordert, Section 404 der CLARITY Act zu überarbeiten. In einem Brief vom 13. Juli an Majority Leader John Thune und Minority Leader Chuck Schumer richten sich die American Bankers Association, die Independent Community Bankers of America und 76 Staatsverbände vor allem auf die Regeln rund um Stablecoin-Yield.
Der Brief kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die 2025 eingebrachte CLARITY Act zu einem umfassenderen Rechtsrahmen für digitale Assets in den Vereinigten Staaten werden soll. Der Entwurf behandelt unter anderem Exchanges, Custody, Derivate und die Einordnung digitaler Assets. Besonders Section 404 gilt dabei inzwischen als einer der umstrittensten Punkte.
Was die Banken ändern wollen
Section 404 untersagt es, Rendite allein für das Halten von Payment Stablecoins oder für einen Yield zu zahlen, der einer Bankeinlagenverzinsung entspricht. Gleichzeitig lässt der Text Belohnungsmodelle zu, die an Transaktionen oder die Nutzung einer Plattform gekoppelt sind. Genau hier setzen die Bankgruppen mit ihren Vorschlägen an. Sie wollen unter anderem das Wort „solely“ streichen, die Passagen „on a payment stablecoin balance“ und „on an interest-bearing bank deposit“ entfernen und den Test „economically or functionally equivalent“ durch „substantially similar“ ersetzen. Außerdem soll subsection (3)(B) vollständig gestrichen werden.
Aus Sicht der Unterzeichner soll so verhindert werden, dass Unternehmen Anreizmodelle so gestalten, dass sie das Verbot faktisch umgehen. Zudem argumentieren sie, dass die Belohnungsregel im Widerspruch zu dem Verbot steht, neben dem sie platziert ist.
Warum das politisch wichtig ist
Die Banken betonen, dass sie Innovation und einen regulierten Markt für digitale Assets grundsätzlich unterstützen, zugleich aber strengere Schutzmechanismen für nötig halten. In dem Brief warnen sie davor, dass unklare Formulierungen Stablecoin-Strukturen begünstigen könnten, die in der Praxis wie Einlagenersatz funktionieren. Damit greifen sie eine breitere Sorge in Washington auf: dass Geld aus traditionellen Banken zu Krypto-Plattformen abfließen könnte, mit möglichen Folgen für die Kreditvergabe an Haushalte und Unternehmen.
Ganz neu ist die Debatte nicht. Bereits Anfang des Jahres hatte die Bankenbranche in einem ähnlichen Schreiben vor derselben Entwicklung gewarnt. Die Consumer Federation of America kritisierte Section 404 dagegen gerade deshalb, weil Krypto-Vermittler nach Ansicht der Organisation Rendite auf Stablecoin-Guthaben anbieten könnten, als handele es sich um unregulierte Sparkonten. Der Senat hat den Gesetzentwurf inzwischen über das Banking Committee am 15. Mai 2026 gebracht, doch der Ausgang im Plenum ist weiter offen.
Der Druck auf den Senat wächst
Stablecoin-Yield ist einer von drei zentralen Streitpunkten, die den Fortschritt der CLARITY Act bremsen. Auch Section 604 zu Developer Protections sowie die Ethikregeln bleiben heikel. Präsident Trump hat die Senatoren zu schnellem Handeln aufgefordert, während zwei weitere Gruppen, NOBLE und eine federale Strafverfolgungsvereinigung, den Gesetzentwurf unterstützt haben.
Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil die US-Regeln zu Stablecoins und Yield oft als Orientierung dafür dienen, wie Exchanges, Emittenten und andere Krypto-Unternehmen ihre Produkte strukturieren. Sollte der Senat Section 404 verschärfen, könnte das klarer abgrenzen, wo die Linie zwischen einem Zahlungsmittel und einem Produkt verläuft, das einer Spar- oder Einlagenstruktur ähnelt.