Bitcoin-Bärenmarkt trifft auf On-Chain-Daten und 35.000-Dollar-Ziel
Historische Zyklen deuten auf eine letzte Abwärtsbewegung hin, doch On-Chain-Signale wie der Rekordanteil von Long-Term Holders und niedrige Exchange-Reserven sprechen bereits für eine Bodenbildung.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin notiert bei rund 64.000 $ (55.800 €) und liegt damit weiterhin deutlich unter dem Rekordstand von Oktober 2025.
- Analyst CryptoCon sieht auf Basis historischer Bear Markets Spielraum für einen Rückgang auf 46.000 $ und später 35.000 $.
- On-Chain-Daten zeigen Rekordanteile bei Long-Term Holders und niedrige Exchange-Reserven, was auf eine Bodenbildung hindeuten könnte.
Bitcoin wird derzeit bei rund 64.000 $ (55.800 €) gehandelt und liegt damit noch klar unter dem Rekordniveau von Oktober 2025. Historische Muster aus früheren Bear Markets lassen dennoch eine mögliche letzte Abwärtsphase erkennen, während On-Chain-Daten zugleich darauf hindeuten, dass erste Bodensignale bereits sichtbar sein könnten. Für Bitcoin-Anleger dürfte in den kommenden Monaten vor allem entscheidend sein, welcher Faktor stärker wiegt: saisonale Zyklusmuster oder das Verhalten der langfristigen Holder.
Historische Muster deuten auf weitere Schwäche hin
Analyst CryptoCon zieht einen Vergleich zwischen der aktuellen Zyklusphase und den Bear Markets von 2014, 2018 und 2022. In diesen Phasen setzte die erste Schwäche oft im August und September ein, bevor später im Jahr eine zweite, deutlichere Abwärtsbewegung folgte. Auf dieser Grundlage hält er für 2026 einen Rückgang in Richtung etwa 46.000 $ (40.100 €) für möglich, ehe Anfang 2027 ein tieferer Test der Zone um 35.000 $ (30.500 €) nicht ausgeschlossen wäre.
Diese niedrigere Spanne passt zu früheren Einschätzungen, die bereits eine Bodenbildung zwischen 44.000 $ (38.300 €) und 47.000 $ (41.000 €) ins Spiel gebracht hatten. Auch Benjamin Cowen kam zuletzt zu einer ähnlichen Bandbreite. CryptoCon selbst weist allerdings darauf hin, dass dieses Szenario im Widerspruch zur aktuellen bullish divergence und zu längerfristigen Indikatoren steht, die bereits auf einen Zyklusboden hindeuten.
Der laufende Bear Market dauert inzwischen rund 233 Tage und ist damit der viertlängste seit 2014. Gleichzeitig fällt der maximale Drawdown mit 51,2 Prozent im Vergleich zu früheren Zyklen eher moderat aus, in denen Bitcoin häufig 70 bis 85 Prozent an Wert verlor.
On-Chain-Daten sprechen für eine Bodenbildung
Dem stehen mehrere On-Chain-Signale gegenüber, die bereits nahe an früheren Wendepunkten liegen. Das Verhältnis zwischen den Cost Basis von Short-Term Holders und Long-Term Holders ist noch nicht vollständig auf eins gefallen, was historisch oft erst an späten Phasen eines Abwärtstrends zu beobachten war. Die Ratio bewegt sich jedoch zügig nach unten, während die Cost Basis der Long-Term Holders bei rund 40.000 $ (34.900 €) liegt, also in einem Bereich, der in früheren Zyklen häufig als Kursmagnet wirkte.
Auffällig ist auch die Position der Long-Term Holders. Sie kontrollieren derzeit 74,3 Prozent des Bitcoin-Angebots, was einem Rekordwert entspricht. Das spricht dafür, dass ein großer Teil der Distribution womöglich bereits hinter dem Markt liegt. Hinzu kommt, dass die Exchange-Reserven auf 2,21 Millionen BTC gefallen sind, den niedrigsten Stand seit 7 bis 9 Jahren. Das deutet auf geringeren Verkaufsdruck von den Börsen hin.
Glassnodes Long-Term Holder Market Inflation Rate bleibt außerdem negativ. Das bedeutet, dass geduldige Anleger mehr Coins aufnehmen, als Miner neu in den Markt bringen. Fidelity hatte zuvor bereits auf die starke Position dieser Gruppe hingewiesen, während der MVRV Z-Score mit 2,4 noch unter der Zone liegt, die historisch oft mit Zyklushöchstständen verbunden war.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Follower ist vor allem relevant, dass Bitcoin nach mehreren Kennzahlen bereits nahe an einer Bodenzone liegen könnte, der Markt technisch aber noch Raum für eine letzte Abwärtsbewegung hat. Damit bleiben die kommenden Wochen wichtig für das Sentiment rund um BTC, zumal sich der Kurs um den langfristigen Durchschnitt bewegt und die Debatte zwischen Zyklusanalyse und On-Chain-Daten weiter an Dynamik gewinnt. Das könnte auch beeinflussen, wie Anleger den Rest von 2026 mit Blick auf Liquidität, Risiko und Timing einordnen.
Die jüngste On-Chain-Analyse von Fidelity passt in dieses Bild: Nach Einschätzung des Vermögensverwalters liegt der Langfristbestand der Bitcoin-Holder auf einem Rekordniveau, und mehrere Indikatoren nähern sich Werten, die in der Vergangenheit mit Böden zusammenfielen.