Bitcoin fällt nach Wall-Street-Schluss und schwachem Kospi um 2,7 %
Schwache Aktien in Südkorea und die Verschiebung des US-amerikanischen CLARITY Act bringen Bitcoin und andere große Coins in eine Risk-off-Position. Die Fed-Entscheidung und neue Makrodaten könnten die Volatilität weiter erhöhen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin fiel auf 63.200 $, nachdem der US-Aktienmarkt geschlossen hatte und schwache Signale aus Asien die Risikostimmung weiter belasteten.
- Der Kospi-Index in Südkorea sank um 10 % und drückte damit die Stimmung in der Region, was sich auch auf Krypto auswirkte.
- Der US-Senat verschob die Abstimmung über den CLARITY Act, während die Federal Reserve und wichtige US-Daten später in dieser Woche für zusätzliche Volatilität sorgen könnten.
Bitcoin gerät erneut unter Druck, nachdem der US-Aktienmarkt am Montag geschlossen hatte. Der Kurs fiel auf 63.200 $ (55.500 €) und lag damit unter dem Niveau von fast 65.000 $ (57.100 €). Belastend wirkten vor allem schwache Signale aus Asien und aus Washington, die den Kryptomarkt in eine Risk-off-Position schoben. Auch Ethereum, XRP und Solana gaben nach.
Kospi gibt in Asien den Ton an
Den stärksten Impuls lieferte Südkorea: Der Kospi-Index brach um 10 % ein und fiel auf den niedrigsten Stand seit Mitte April. Damit liegt der Index rund 25 % unter dem Hoch von Mitte Juni. Deutliche Verluste bei Schwergewichten wie Samsung und SK Hynix belasteten die Stimmung in der Region. Das schlug auch auf Krypto durch, da Bitcoin häufig sensibel auf breitere Schwankungen am Aktienmarkt reagiert.
Der Zusammenhang ist allerdings nicht immer eindeutig. In Phasen, in denen der Stress vor allem von makroökonomischen Faktoren ausgeht, bewegt sich Bitcoin teils ähnlich wie Aktien. Kommt die Unruhe eher direkt aus dem Aktienmarkt, kann sich der Kurs aber auch eigenständiger entwickeln. Der aktuelle Rückgang lässt sich deshalb nicht einfach als direkte Reaktion auf Wall Street einordnen.
Senat verschiebt den CLARITY Act
Auch politisch kam kein Rückenwind für den Markt auf. Der US-amerikanische Senat hat den CLARITY Act zunächst zurückgestellt, um sich zuerst mit einem Sanktionsgesetz gegen Russland zu befassen. Eine Abstimmung über das lang erwartete Kryptogesetz dürfte damit erst in der kommenden Woche möglich sein. Das verkleinert das Zeitfenster bis zur Sommerpause am 8. August zusätzlich.
Die Branche sieht in dem Gesetz einen möglichen Schritt hin zu mehr regulatorischer Klarheit für Krypto. Im Senat stocken die Gespräche jedoch unter anderem bei ethischen Vorgaben, dem Schutz von Entwicklern und den Erträgen auf Stablecoins. Der Entwurf hat den Senate Banking Committee zwar bereits passiert, eine Abstimmung im Plenum ist bislang aber noch nicht terminiert.
Volatilität könnte weiter zunehmen
Für europäische Krypto-Anleger ist vor allem relevant, dass in den nächsten Tagen mehrere Makro-Termine zusammenfallen. Am Mittwoch entscheidet die Federal Reserve über die Zinsen, am Donnerstag folgen wichtige US-Daten, darunter Core PCE und GDP. Das könnte die Schwankungen an den Aktien- und Kryptomärkten weiter verstärken, gerade weil Bitcoin ohnehin schon auf schwächere Risikosignale reagiert.
Auch der Derivatemarkt steht im Fokus: Bitcoin-Optionshändler bauen vor der Fed-Entscheidung Absicherungen ab hatte bereits gezeigt, dass sich viele Händler trotz der anstehenden Zinsentscheidung auf eine eher ruhige Woche eingestellt hatten.