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Bitcoin-Optionshändler reduzieren Absicherungen vor Fed-Entscheid

Die Put/Call-Ratio sinkt, und große Adressen setzen wieder auf Calls rund um 70.000 $. Der Markt rechnet mit einer ruhigen Fed-Woche, bleibt aber anfällig für eine Überraschung in der Erklärung.

Bitcoin-Optionshändler reduzieren Absicherungen vor Fed-Entscheid

Wichtigste Erkenntnisse

  • Bitcoin-Optionshändler fahren ihren Abwärtsschutz zurück, während die Federal Reserve sich auf den nächsten Zinsentscheid vorbereitet.
  • Die Put/Call-Ratio ist auf etwa 0,52 gefallen, während große Adressen 70.000 $ Calls und Bull Call Spreads aufgebaut haben.
  • Der Markt rechnet mit einer ruhigeren Woche; Bitcoin notierte bei rund 65.000 $, und sowohl kurzfristige Volatilität als auch Downside-Skew haben nachgelassen.

Bitcoin-Optionshändler reduzieren ihren Abwärtsschutz, während die Federal Reserve auf einen neuen Zinsentscheid zusteuert. Der Markt stellt sich damit auf eine ruhigere Woche ein als noch Ende Juni, wobei sich der Fokus zunehmend von zusätzlichen Hedges hin zu möglichem Aufwärtspotenzial verschiebt.

Weniger defensiv positioniert

Laut Glassnode ist die Put/Call-Ratio beim Open Interest auf rund 0,52 gesunken, nachdem sie Ende Juni noch bei etwa 0,76 gelegen hatte. Damit sind im Verhältnis weniger Puts offen als Calls, was darauf hindeutet, dass Händler dem Schutz vor fallenden Kursen derzeit weniger Gewicht beimessen.

Auch im Handel selbst zeigt sich diese Verschiebung. Große Adressen haben zuletzt 70.000 $ (61.500 €) Strike-Calls und Bull Call Spreads aufgebaut, was auf Erwartungen weiter steigender Spot-Preise schließen lässt. Auf Deribit konzentriert sich zudem ein großer Teil des Open Interest auf die Strikes bei 70.000 $ (61.500 €) und 72.000 $ (63.300 €), wo Calls deutlich stärker gewichtet sind als Puts.

Ruhige Woche im Preis

Der 25-Delta-Skew, der anzeigt, welche Prämie Händler für Abwärtsschutz zahlen, ist bei Laufzeiten von einer Woche auf etwa 4 % zurückgegangen. Bei Kontrakten mit drei und sechs Monaten Laufzeit liegt er dagegen weiter bei 11 % bis 12 %. Das spricht dafür, dass der Markt zwar für später im Jahr noch Versicherung kauft, für die kommenden Tage aber deutlich weniger Absicherung einpreist.

Auch die implizite Volatilität hat sich spürbar beruhigt. Sie liegt bei 34,3 % für eine Woche gegenüber 40,8 % für sechs Monate, was zu einem Marktbild passt, das die kurzfristige Lage als vergleichsweise ruhig einschätzt. Im breiteren Markt zeigt sich diese nachlassende Spannung auch daran, dass die Volatilitätserwartung von 48 % auf 40 % gefallen ist.

Warum das relevant ist

Für europäische Krypto-Follower ist das vor allem deshalb relevant, weil Bitcoin oft schnell auf Makroereignisse in den USA reagiert, besonders wenn der Optionsmarkt bereits eher dünn positioniert ist. Das aktuelle Setup könnte daher empfindlich auf eine Überraschung in der Erklärung oder in den Wirtschaftsprojektionen der Fed reagieren. Historisch ist rund um FOMC-Beschlüsse zudem häufig von einer Sell-the-News-Reaktion die Rede, auch wenn sich daraus nichts Sicheres für diese konkrete Sitzung ableiten lässt.

Bitcoin notierte in der vergangenen Woche bei rund 65.000 $ (57.100 €), auch während des breiten Ausverkaufs am Donnerstag und trotz Unruhe in anderen Teilen des Kryptosektors. Damit bleibt der Optionsmarkt ein wichtiger Gradmesser dafür, wie viel Bewegung Händler bis Mittwoch noch erwarten.

Der Blick richtet sich außerdem auf die allgemeinen Zinserwartungen. In einem separaten Beitrag über den Fed-Entscheid und die Zinserwartungen wird erläutert, warum eine Überraschung der Notenbank direkt auf den Bitcoin-Preis durchschlagen kann.


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