Bitcoin-Halter drehen nach 12 Tagen Verkauf wieder auf Kauf
Nach 12 Tagen Verkauf sind Langzeit-Halter wieder auf Akkumulation umgeschwenkt, während auch US-Spot-Bitcoin-ETFs erneut Zuflüsse gesehen haben.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin-Langzeit-Halter sind am 11. und 12. Juli nach 12 Tagen Verkauf wieder auf Kaufen umgeschwenkt, was netto 5.912 BTC entspricht.
- Die Wende fällt mit einem Bitcoin-Rückgang von rund 2 % in 24 Stunden zusammen und ist die erste Verschiebung hin zum Kaufen seit Ende Februar.
- In derselben Woche zogen US-Spot-Bitcoin-ETFs rund 197 $ Millionen an, die erste positive Woche nach acht Wochen Abflüssen.
Bitcoin steht unter Druck, doch ausgerechnet die geduldigsten Marktteilnehmer verhalten sich derzeit gegenteilig zu Panikverkäufern. Nach 12 Tagen mit Nettoverkäufen sind die Langzeit-Halter von Bitcoin am 11. und 12. Juli wieder auf Akkumulation umgeschwenkt. Unterm Strich entspricht das einem Zuwachs von 5.912 BTC. Die Bewegung ist zwar noch jung, fällt aber in eine Phase, in der Bitcoin in den vergangenen 24 Stunden rund 2 % nachgegeben hat.
Signal mit langem Atem
Glassnode misst diese Gruppe über die Kennzahl long-term holder net position change. Erfasst werden dabei Coins, die seit etwa 155 Tagen oder länger gehalten werden. Ein positiver Wert bedeutet, dass diese Wallets netto mehr kaufen als verkaufen. Das ist vor allem deshalb relevant, weil Coins dieses Alters historisch deutlich seltener bewegt werden als jüngere Bestände.
Genau deshalb bekommen solche Wendepunkte am Markt oft besondere Aufmerksamkeit. Wenn Langzeit-Halter bei schwächeren Kursen weiter zukaufen, entziehen sie dem Markt Angebot. Das kann den frei verfügbaren Bestand verknappen und den Spielraum für steigende Kurse vergrößern, falls die Nachfrage wieder anzieht.
Bemerkenswert ist außerdem, dass es sich um die erste Verschiebung von Verkauf zu Kauf seit Ende Februar handelt. Damals ging einer ähnlichen Umkehr am Ende eine Rally von rund 25 % voraus.
Was Februar gezeigt hat
Beim letzten Richtungswechsel wurde Bitcoin bei rund 65.896 $ (57.700 €) gehandelt. In der Folge baute sich die Akkumulation der Langzeit-Halter schrittweise auf, bevor BTC am 10. Mai bei etwa 82.186 $ (71.900 €) ein Hoch erreichte. Danach ließ das Muster wieder nach: Ende Mai schwächte sich das Kaufen ab und bis Ende Juni kippte es erneut in Verkauf, während der Kurs wieder in Richtung 60.000 $ (52.500 €) zurücklief.
Genau diese Abfolge sorgt jetzt für Aufmerksamkeit unter Händlern. In beiden Fällen lief das Verhalten der Langzeit-Halter dem Preis voraus und nicht umgekehrt. Entscheidend ist daher nicht nur, wo Bitcoin aktuell steht, sondern ob diese Gruppe bei weiterer Schwäche erneut bereit ist, zu kaufen.
Warum das jetzt zählt
Für europäische Krypto-Beobachter ist vor allem relevant, dass die Wende nicht isoliert auftritt. In der Woche bis zum 10. Juli verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs Zuflüsse von rund 197 $ Millionen, die erste positive Woche nach acht Wochen mit Abflüssen. Das spricht dafür, dass sowohl die institutionelle Nachfrage über ETFs als auch die Akkumulation älterer Wallets gleichzeitig wieder anzieht.
Damit geht das Signal über eine einzelne On-Chain-Kennzahl hinaus. Gleichzeitig bleibt der Zeitraum noch kurz: Zwei grüne Tage reichen nicht aus, um daraus schon einen belastbaren Trend abzuleiten. Sollte der Kaufdruck nachlassen, könnte das Signal rasch an Stärke verlieren und der jüngste Verkaufsdruck wieder zurückkehren.