Bitcoin hinkt hinter der Rekord-Liquidität hinterher: Kann es die Lücke schließen?
Bitcoin bleibt deutlich zurück, während die weltweite Liquidität Rekordhöhen erreicht. Analysten fragen sich, ob die Kryptowährung die Lücke doch noch schließen kann.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin notiert rund 48% unter dem Oktober-Hoch, während die weltweite M2-Geldmenge fast $135 Billionen erreichte.
- Analysten sehen eine große Divergenz zwischen Bitcoin und Liquidität; der Markt könnte die Lücke später schließen oder sich strukturell anders verhalten.
- Bitcoin stieg in Richtung $66.000, aber niedrigere Volumina, Futures-Open-Interest und ETF-Handel deuten auf einen vorsichtigen Aufbau einer Basis hin.
Bitcoin notiert aktuell rund 48% unter seinem Oktober-Hoch, während die weltweite Geldmenge ein Rekordhoch erreicht. Diese Lücke zwischen Bitcoin und der weltweiten Liquidität ist seit Jahren besonders ausgeprägt und zieht die Aufmerksamkeit von Marktanalysten auf sich, die Liquidität als wichtigen Indikator für riskante Assets sehen.
Divergenz zwischen Bitcoin und weltweiter Liquidität
Die weltweite M2-Geldmenge, ein gängiger Maßstab für globale Liquidität, erreichte zuletzt fast $135 Billionen (€116 Billionen). Während der S&P 500 dieser Expansion folgt und nahe seinem eigenen Rekordhoch handelt, weicht Bitcoin seit Anfang 2025 deutlich ab. Während die Geldmenge weiter steigt und sich der Aktienmarkt erholt, bleibt Bitcoin zurück und konsolidiert auf einem niedrigeren Niveau.
Diese Situation lässt sich auf zwei Arten deuten. Die erste ist, dass Bitcoin die Lücke am Ende durch Kursanstiege schließen wird, wie es in der Vergangenheit nach Phasen der Divergenz oft der Fall war. Die zweite Deutung ist, dass es eine strukturelle Veränderung im Verhältnis zwischen Bitcoin und weltweiter Liquidität geben könnte, möglicherweise durch Veränderungen in der Zusammensetzung der Anleger oder durch makroökonomische Faktoren.
Vorsichtige Erholungssignale
Diese Woche stieg Bitcoin in Richtung $66.000 (€56.900), auch wegen positiver Entwicklungen wie der Einigung zwischen den USA und Iran, die riskante Assets stützt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung handelt Bitcoin bei rund $65.831 (€56.700), ein leichter Anstieg von 0,27% gegenüber dem Vortag. Auch wenn das ein Zeichen für Stabilisierung sein kann, deuten On-Chain-Daten eher auf einen vorsichtigen Aufbau einer Basis als auf eine starke Trendwende hin.
So sank das Spot-Volumen um 40,4% und das Open Interest in Futures ging um 3% zurück, was darauf hindeutet, dass der jüngste Anstieg eher durch das Schließen von Positionen als durch neue Kaufnachfrage getrieben wurde. Auch die Finanzierungszahlungen auf der Long-Seite und das Handelsvolumen von Bitcoin-ETFs gingen deutlich zurück. Das spricht dafür, dass der Markt derzeit leichter ist, aber nicht unbedingt gesünder.
Die schwächeren ETF-Ströme passen zum Bild einer nachlassenden institutionellen Nachfrage; Bitcoin-ETFs verzeichneten am Montag Abflüsse, während Altcoin-ETFs Zuflüsse sahen, was zeigt, dass Kapital sich vorübergehend auch außerhalb von Bitcoin bewegen kann.
Relevanz für europäische Kryptoanleger
Für europäische Anleger kann diese Situation relevant sein, weil sie zeigt, wie makroökonomische Faktoren und weltweite Liquidität die Kursentwicklung von Bitcoin beeinflussen. Die aktuelle Divergenz könnte auf eine vorübergehende Dislokation oder auf eine mögliche Verschiebung im Marktverhalten hindeuten, was für das Risikomanagement und strategische Entscheidungen innerhalb des europäischen Kryptomarkts wichtig ist. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um zu sehen, ob Bitcoin die Lücke zur weltweiten Liquidität schließen kann oder ob sich das Verhältnis dauerhaft verändert.