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Bitcoin nähert sich laut On-Chain-Signalen dem Boden des Bärenmarkts

Glassnode sieht den Puell Multiple in Richtung der Bodenzone laufen, während Long-Term-Holder Rekordmengen an BTC halten. Das spricht für Akkumulation, aber noch nicht für eine endgültige Kapitulation.

Bitcoin nähert sich laut On-Chain-Signalen dem Boden des Bärenmarkts

Wichtigste Erkenntnisse

  • Bitcoin handelt um 62.600 $, also etwa 50 % unter dem Allzeithoch von Oktober 2025.
  • Der Puell Multiple liegt knapp über 0,5 und bewegt sich in Richtung einer historisch wichtigen Bodenzone, ohne sie schon klar zu durchbrechen.
  • Die Long-Term-Holder-Supply erreichte am 11. Juli mit 16,75 Millionen BTC einen Rekord, was auf Akkumulation durch Langfristhalter hindeutet.

Bitcoin notiert bei 62.600 $ (54.900 €) und liegt damit weiterhin rund 50 % unter dem Allzeithoch von Oktober 2025. Zwei On-Chain-Signale sprechen nun dafür, dass sich der Bärenmarkt-Boden annähern könnte. Bestätigt ist das damit allerdings noch nicht.

Puell Multiple nähert sich der Bodenzone

Der Puell Multiple setzt den täglichen Dollarwert der neu geschürften Bitcoin ins Verhältnis zum 365-Tage-Durchschnitt dieser Einnahmen für Miner. Entwickelt wurde der Indikator vom Analysten David Puell. Historisch hat er immer wieder extreme Marktphasen sichtbar gemacht: Werte unter 0,5 traten in der Vergangenheit mehrfach an zyklischen Böden auf, während Werte über 4 eher mit Markthochs zusammenfielen.

Glassnode-Daten zeigen, dass Bitcoin diese Bodenzone in der Vergangenheit fünfmal über längere Zeit erreicht hat, und zwar 2012, 2015, Ende 2018, Mitte 2020 und Ende 2022. In allen Fällen fiel das mit einem Makroboden beim BTC-Kurs zusammen. Derzeit bewegt sich der Indikator knapp oberhalb von 0,5. Er nähert sich damit zwar der historischen Bodenzone, hat sie aber noch nicht eindeutig unterschritten.

Ein Analyst, der auf X unter dem Namen PositiveCrypto aktiv ist, brachte es so auf den Punkt: Der tägliche Miner-Umsatz liegt deutlich unter dem 365-Tage-Durchschnitt. Nach seiner Einschätzung war ein solches Muster häufiger in späten Phasen von Bärenmarkt-Tiefs zu sehen. Das passt zu dem Bild eines Markts, in dem Miner unter Druck stehen, die Kapitulation aber noch nicht vollständig abgeschlossen ist.

Langfristhalter akkumulieren weiter

Auf der anderen Seite zeigt sich der Markt bislang erstaunlich robust. Die Long-Term-Holder-Supply, also die Menge an Coins, die seit mehr als 155 Tagen nicht bewegt wurden, erreichte am 11. Juli mit 16,75 Millionen BTC einen Rekord, wie Galaxy Research berichtet. Das entspricht fast 84 % der umlaufenden Supply.

Gerade diese Kombination ist bemerkenswert: Ein Rekordbestand bei Langfristhaltern, während Bitcoin noch deutlich unter dem Hoch notiert, spricht eher für Akkumulation als für Distribution. In früheren Zyklen stieg diese Kennzahl ebenfalls weiter an, während der Bärenmarkt tiefer wurde, und kletterte bis zur Ausbildung des endgültigen Bodens weiter. Am 11. und 12. Juli wurden Long-Term-Holder zudem wieder zu Netto-Käufern.

Für europäische Krypto-Interessierte ist das vor allem deshalb relevant, weil On-Chain-Daten oft früher als der Kurs zeigen, wie stabil die Marktstruktur tatsächlich ist. Wenn Miner weiter unter Druck geraten und Langfristhalter gleichzeitig zukaufen, kann das erklären, warum die Abwärtsphase an Dynamik verliert, ohne dass daraus schon eine klare Trendwende folgt. Dazu passt auch die jüngste Wende hin zur Akkumulation unter Langfristhaltern, die ebenfalls gezeigt hat, dass der Verkaufsdruck nachgelassen hat.

Was das für BTC bedeutet

Zusammengenommen ergeben die beiden Signale ein vertrautes Bild: Starke Hände nutzen Schwächephasen zum Aufbau, während die Art von Kapitulation, die frühere Bitcoin-Bärenmärkte beendet hat, noch nicht vollständig sichtbar ist. Ein klarer Rückgang des Puell Multiple unter 0,5 in Verbindung mit einer weiter steigenden Long-Term-Holder-Supply würde stark an frühere Zyklusböden erinnern.

On-Chain-Modelle verweisen dabei auf einen möglichen Boden um 47.000 $ (41.200 €), also rund 25 % unter dem aktuellen Kurs. Gleichzeitig zeigt die abnehmende Amplitude des Indikators, dass sich Bitcoin heute in einem reiferen Marktumfeld bewegt als in früheren Zyklen. Eine kurze Berührung der 0,5-Zone könnte deshalb bereits ausreichen, um die Bodenphase zu markieren.


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