Bitcoin testet die Marke von 68.000 US-Dollar, während der Sommerhandel an Schwung verliert
Bitfinex sieht um dieses Niveau herum zusätzlichen Verkaufsdruck, weil jüngste Käufer wieder auf ihren Einstand kommen. Auch die Zuflüsse in US-Spot-Bitcoin-ETFs und CME-Futures bleiben schwach.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin hat sich seit dem Juli-Tief um etwa 15 % erholt und bewegt sich nun in Richtung des Widerstands bei 68.000 $.
- Bitfinex warnt, dass viele jüngste Käufer bei 68.000 $ wieder auf ihren Einstand kommen könnten und dann womöglich verkaufen.
- Der Sommerhandel bleibt dünn, mit geringer institutioneller Beteiligung, schwachen Volumina und weiterhin begrenzten Zuflüssen in Spot-Bitcoin-ETFs.
Bitcoin hat seit dem Juli-Tief rund 15 % zugelegt und notiert inzwischen oberhalb von 66.000 $ (57.800 €). Damit rückt die Zone um 68.000 $ (59.600 €) in den Fokus, die laut Analysten als wichtiger Härtetest für die laufende Erholung gilt. Bitfinex weist darauf hin, dass dort viele jüngere Käufer wieder auf ihren Einstand kommen dürften, was zusätzlichen Verkaufsdruck auslösen könnte.
Wichtiger Widerstand
Nach Angaben des Bitfinex-Marktreports liegt 68.000 $ (59.600 €) nahe am durchschnittlichen Einstiegspreis jener Anleger, die Bitcoin in den vergangenen fünf Monaten gekauft haben. Genau das macht die Marke anfällig: Wer zuvor im Minus war, könnte bei einer Rückkehr in die Gewinnzone eher zu Verkäufen neigen. Hinzu kommt, dass sich an dieser Stelle auch das Hoch von Mitte Juni befindet, nach dem die vorherige Erholung drehte und Bitcoin auf neue zyklische Tiefststände unter 58.000 $ (50.800 €) fiel.
Dieses Zusammentreffen passt zu einem bekannten Muster im Krypto-Markt, bei dem runde Kursmarken besonders viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Um solche Niveaus herum liegen häufig Stop-Losses, Take-Profits und Limit-Orders, wodurch sich Widerstand oder Unterstützung teilweise selbst verstärken kann.
Nachfrage erholt sich noch nicht
Trotz des etwas festeren Marktumfelds sprechen die Analysten weiterhin von einer Erholung, die zwar „fragil, aber konstruktiv“ wirkt. Der Spotmarkt hat sich zwar verbessert, nachdem US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs über Monate vor allem Abflüsse verzeichnet hatten. Laut dem Bericht liegen die Zuflüsse aber weiterhin deutlich unter den Niveaus vom Jahresanfang. Auch die Käufe von Corporate-Treasury-Unternehmen wie Strategy bleiben klar hinter den Werten aus den ersten Monaten von 2026 zurück.
Bitfinex merkt zudem an, dass Bitcoin inzwischen fast 67 % des Spot-Volumens im Krypto-Markt ausmacht, nach rund 50 % vor einem Jahr. Das spricht dafür, dass Anleger weiterhin vor allem in Bitcoin positioniert sind und kleinere Tokens eher meiden. Insgesamt passt das zu einem eher defensiven Marktbild.
Die jüngste Erholung fügt sich damit in das Bild eines Marktes ein, der sich nach dem starken Ausverkauf zunächst stabilisiert. Fink sieht den Krypto-Ausverkauf als vorbei, Bitcoin bekommt Support hatte bereits beschrieben, dass sich die ETF-Ströme wieder etwas verbessert hatten, nachdem die Hebelwirkung im Markt abgebaut worden war.
Sommerhandel bleibt dünn
Auch K33 Research kommt zu einem ähnlichen Schluss: Der Markt erholt sich zwar, zeigt aber noch wenig Überzeugung. Laut Chefanalyst Vetle Lunde ist die institutionelle Beteiligung weiter zurückgegangen. Das CME-Bitcoin-Futures-Open-Interest liegt auf dem niedrigsten Stand seit 2023. Gleichzeitig blieb der Positionsaufbau in Offshore-Perpetual-Futures weitgehend flach, was darauf hindeutet, dass spekulative Händler kaum zusätzliche Hebelwirkung aufbauen.
Die Handelsaktivität bleibt derweil verhalten. Das 30-Tage-Bitcoin-Volumen liegt bei 62 % des Jahresdurchschnitts, und der durchschnittliche Spot-Umsatz der vergangenen Woche betrug rund 2,3 $ Milliarden (2 € Milliarden). Damit bewegt er sich nahe an den niedrigsten Niveaus des Jahres. K33 beschreibt die aktuelle Lage deshalb als „promising, and typical, summer slumber“. Zwar haben sich die ETF-Ströme nach den starken Abflüssen im Mai und Juni stabilisiert, doch Käufer sind bislang noch nicht in größerem Umfang zurückgekehrt.