Fink sieht Ende des Krypto-Abverkaufs, Bitcoin erhält Rückenwind
BlackRock sieht den Hebeldruck im Krypto-Markt nachlassen, während US-Spot-Bitcoin-ETFs wieder Zuflüsse verzeichnen. IBIT und der Kurs um 65.000 US-Dollar stützen die Erholung zusätzlich.

Wichtigste Erkenntnisse
- BlackRock-Chef Larry Fink sagt, die leveraged Verkaufswelle im Krypto-Markt sei vorbei und Bitcoin zeige an diesen Niveaus mehr Stabilität.
- US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten nach einem schwachen Juni wieder mehrere Tage mit Zuflüssen, während sich Bitcoin in Richtung fast 65.000 US-Dollar erholte.
- IBIT zog erneut viel Kapital an, doch Analysten warnen, dass die Erholung noch nicht endgültig bestätigt ist.
BlackRock-Chef Larry Fink sagt, die leveraged Verkaufswelle, die den Krypto-Markt zuletzt stark unter Druck gesetzt hat, sei inzwischen abgearbeitet. Bitcoin zeige an diesen Kursniveaus nun „more stability at these levels“, nachdem der Markt in diesem Jahr rund 2 Billionen US-Dollar (1,8 Billionen Euro) an Wert verloren habe. Die Entwicklung fällt in eine Phase, in der die Zuflüsse in US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs nach dem schwächsten Monat seit dem Start dieser Produkte wieder ins Positive gedreht sind.
Fink verweist auf den Abbau von Hebelpositionen
Fink äußerte sich in einem Gespräch mit CNBC, in dem er zunächst nach Hebelrisiken am südkoreanischen Aktienmarkt gefragt wurde. Nach seiner Einschätzung tragen die globalen Märkte heute deutlich weniger Leverage als 2008 und 2009, mit einer Ausnahme: dem Krypto-Sektor. Diese übermäßige Hebelwirkung sei nun aus dem Markt herausgelaufen, so Fink.
Einen konkreten Kurszielbereich für Bitcoin nannte der BlackRock-Chef nicht. Seine insgesamt „very bullish“ Einschätzung bezieht sich auf die kommenden 12 Monate für die Märkte im Allgemeinen und stützt sich nach seiner Darstellung auf eine technologische Veränderung bei Margen. Gleichzeitig verknüpfte er diese Sicht mit der KI-Infrastruktur, die aus seiner Sicht den nächsten großen Schritt im Finanzsektor markieren könnte.
ETF-Zuflüsse drehen ins Positive
Die Daten zu Spot-Bitcoin-ETFs stützen Finks Hinweis auf mehr Stabilität. Der Juni war der bislang schwächste Monat für US-Spot-Bitcoin-ETFs, mit Nettoabflüssen von 4,5 Milliarden US-Dollar (3,9 Milliarden Euro), während Bitcoin gleichzeitig mehr als 20 Prozent nachgab. Danach folgte eine Serie von zehn Handelstagen mit Abflüssen, die am 2. Juli mit einem Zufluss von 221,7 Millionen US-Dollar (194 Millionen Euro) endete.
Seit dem 6. Juli zeigen Glassnode-Daten wieder mehrere grüne Handelstage. Tägliche Zuflüsse zwischen 80 Millionen US-Dollar (70 Millionen Euro) und 260 Millionen US-Dollar (228 Millionen Euro) gingen mit einer Erholung von Bitcoin von unter 58.000 US-Dollar (50.800 Euro) auf fast 65.000 US-Dollar (56.900 Euro) am 15. Juli einher. Auch an diesem Tag verzeichneten Spot-Bitcoin-ETFs laut den vorliegenden Daten Zuflüsse von 108 Millionen US-Dollar (94,5 Millionen Euro), davon 80,82 Millionen US-Dollar (70,7 Millionen Euro) in BlackRocks IBIT.
Bedeutung für Bitcoin
Für europäische Kryptonutzer ist vor allem relevant, dass der größte Bitcoin-ETF der Welt wieder Kapital anzieht. IBIT hat sich zu einem der größten Bitcoin-Fonds weltweit entwickelt und verwaltet inzwischen rund 98,47 Milliarden US-Dollar (86,2 Milliarden Euro) an Assets. Das zeigt, wie stark institutionelle Nachfrage den Krypto-Markt weiterhin prägen kann, selbst nach einer deutlichen Korrektur.
Auch für BlackRock selbst ist eine anhaltende Stabilisierung von Bedeutung. Das Unternehmen meldete im zweiten Quartal Rekordergebnisse und verwaltete dabei Assets in Höhe von 15,34 Billionen US-Dollar (13,4 Billionen Euro). Innerhalb dieser Zahlen spielt die iShares-Sparte, zu der IBIT gehört, eine sichtbare Rolle.
Trotzdem gilt die Erholung noch nicht als vollständig bestätigt. Bitcoin scheiterte zuvor mehrfach an der Unterstützung um 65.000 US-Dollar (56.900 Euro), während Analysten von Bitfinex darauf hinwiesen, dass eine neue Abflusswelle die Erholung bremsen könnte. In den kommenden Tagen und rund um den Zinsentscheid der Federal Reserve dürfte sich zeigen, ob die jüngsten Zuflüsse anhalten. Eine ähnliche Spannung zwischen ETF-Zuflüssen und Preisdruck zeigte sich auch in der jüngsten Phase schwacher Nachfrage, als schwache ETF-Zuflüsse und ein niedrigeres Open Interest die Erholung bereits ausgebremst hatten.