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Bitcoin-Korrelation zum Yen so stark wie seit 2022 nicht mehr

Die Korrelation von -0,90 mit USD/JPY deutet auf eine selten starke Verbindung zwischen Bitcoin und dem Devisenmarkt hin, während die klassische Carry-Trade-Logik weniger gut passt.

Bitcoin-Korrelation zum Yen so stark wie seit 2022 nicht mehr

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die 52-Wochen-Korrelation zwischen Bitcoin und USD/JPY liegt bei -0,90 und damit auf dem niedrigsten Stand seit Ende 2022.
  • Die aktuellen Daten passen nur bedingt zur üblichen Carry-Trade-Erklärung, nach der ein schwacher Yen Bitcoin eigentlich stützen sollte.
  • Für europäische Anleger zeigt sich daran, dass Bitcoin zunehmend mit breiteren Makrofaktoren und den Devisenmärkten zusammenläuft.

Bitcoin zeigt derzeit eine auffallend enge Bewegung zum Dollar-Yen, was die bekannte Carry-Trade-These als Erklärung für das Risiko am Kryptomarkt ins Wanken bringt. Laut TradingView liegt die 52-Wochen-Korrelation zwischen Coinbase’ BTC/USD-Paar und USD/JPY bei -0,90 und damit auf dem schwächsten Niveau seit Ende 2022. Praktisch bedeutet das: Steigt USD/JPY, gerät Bitcoin häufiger unter Druck, und bei fallendem USD/JPY ist das Muster oft umgekehrt.

Korrelation auf selten hohem Niveau

Ein Wert von -0,90 ist für die Beziehung zwischen Bitcoin und einem großen Währungspaar ungewöhnlich stark. Über die vergangenen 52 Wochen haben sich die Kursbewegungen von BTC/USD und USD/JPY damit deutlich häufiger in entgegengesetzte Richtungen entwickelt als üblich. Zum Vergleich: Historisch schwankt die Verbindung zwischen Bitcoin und großen FX-Paaren oft recht stark und liegt meist irgendwo zwischen -0,3 und +0,3.

Gerade deshalb ist der aktuelle Befund bemerkenswert. Das berechnete R2 von rund 0,81 deutet darauf hin, dass ein großer Teil der wöchentlichen Schwankungen in BTC/USD statistisch mit Bewegungen in USD/JPY zusammenfällt. Das ist kein Beleg für einen direkten Ursache-Wirkung-Zusammenhang, spricht aber dafür, dass die sonst eher lockere Verbindung zwischen Krypto und Währungen vorübergehend deutlich enger geworden ist.

Carry-Trade verliert an Einfluss

Nach der klassischen Carry-Trade-Logik sollte ein schwacher Yen, also ein steigender USD/JPY, eigentlich Rückenwind für risikoreiche Anlagen wie Bitcoin liefern. Anleger finanzieren sich dann günstig in Yen und suchen Rendite in anderen Märkten. Umgekehrt müsste ein stärkerer Yen tendenziell Druck auf Krypto und Aktien ausüben.

Die jüngsten Daten fügen sich in dieses Muster aber nicht sauber ein. Im Sommer 2024 hatte eine Zinserhöhung der Bank of Japan noch einen deutlichen Yen-Anstieg und eine breite Verkaufswelle ausgelöst. Damals fiel Bitcoin von rund $65.000 (€57.000) auf $50.000 (€43.800). Inzwischen steht der Yen erneut unter Druck, auch weil sich die Währung seit April 2025 in einem Abwärtstrend befindet. Dabei spielen unter anderem Sorgen um die Tragfähigkeit der japanischen Staatsschuld und die hohe Schuldenquote eine Rolle.

Das passt zu einem breiteren Makrodruck auf den Kryptomarkt, wo Bitcoin fällt trotz Erholung der Technologieaktien unter $60.000 bereits gezeigt hat, wie ein stärkerer Dollar und eine hawkische Fed den Kurs belasten können.

Was das für europäische Leser bedeutet

Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil Bitcoin offenbar immer stärker mit breiteren Makrofaktoren mitläuft und nicht nur auf Krypto-spezifische Nachrichten reagiert. Bleibt der Dollar in den USA wegen neu bewerteter Zinserwartungen breit stark, kann das sowohl den Yen als auch Bitcoin beeinflussen, ohne dass dafür eine direkte Krypto-Story nötig ist. Wer den Kryptomarkt besser einordnen will, sollte Devisenmärkte deshalb stärker im Blick behalten.


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