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BitMEX findet trotz zweijähriger Suche keinen Käufer

Käufer sprangen wegen der Kontrolle durch die Gründer, sinkender Volumina und der rechtlichen Nachwirkungen rund um BitMEX ab. Die Börse baut jetzt ab, während das Verfahren noch läuft.

BitMEX findet trotz zweijähriger Suche keinen Käufer

Wichtigste Erkenntnisse

  • BitMEX hat nach zwei Jahren Suche keinen Käufer gefunden und fährt die Aktivitäten deshalb zurück.
  • Käufer sprangen wegen der Founder-Struktur, sinkender Aktivität und Reputationsrisiken ab.
  • Die Börse stoppt am 23. September neue Konto-Registrierungen, während ein Verfahren noch läuft.

BitMEX hat seine Suche nach einem Käufer nach zwei Jahren ohne Ergebnis beendet. Mehrere Interessenten zogen sich zurück, weil die Founder-Struktur, die rückläufige Aktivität und anhaltende Reputationsrisiken als Belastung galten. Die einst bekannte Krypto Exchange hatte bereits zuvor signalisiert, dass sie ihre Geschäftstätigkeit zurückfahren will, falls der Verkaufsprozess nicht zu einem Abschluss führt.

Käufer schreckten vor der Struktur zurück

Nach Angaben einer mit den Gesprächen vertrauten Person prüften mehrere Parteien eine Übernahme, darunter andere Krypto-Exchanges und das Zahlungsplattform-Unternehmen Exodus. Ein zentrales Hindernis war, dass die Gründer Arthur Hayes, Ben Delo und Samuel Reed trotz ihres Rückzugs aus dem operativen Geschäft weiterhin einen großen Teil des Unternehmens kontrollieren.

Das erschwerte die Verhandlungen spürbar. Bei Übernahmen wird häufig ein Teil des Kaufpreises genutzt, um das Management nach dem Closing zu binden. In diesem Fall war das jedoch weniger naheliegend. Auch der Ruf von BitMEX blieb ein klarer Bremsfaktor, nicht zuletzt wegen der rechtlichen Nachwirkungen rund um das Unternehmen und seine Gründer.

Schrumpfendes Geschäft wog schwer

Neben der Eigentümerstruktur belastete vor allem die schwächere Geschäftsentwicklung den Prozess. BitMEX verlor während der Verkaufsgespräche weiter Marktanteile, während das Handelsvolumen zunehmend zu größeren zentralisierten Exchanges und zu dezentralen Perpetual-Futures-Plattformen abwanderte. Für potenzielle Käufer sprach das kaum für eine Bewertung, die zu einem wachsenden Plattformgeschäft passen würde.

BitMEX strebte im Verkaufsprozess eine Bewertung von rund 1 $ Milliarde (0,9 € Milliarden) an, auch wenn unklar bleibt, ob es jemals formelle Gebote gab. Broadhaven beriet das auf den Seychellen ansässige Unternehmen laut früheren Berichten bereits 2025 bei der Suche nach einem Käufer.

Warum das relevant ist

Der gescheiterte Verkauf zeigt, dass der M&A-Markt im Krypto-Sektor nicht allein von Bekanntheit oder historischer Bedeutung abhängt. Für europäische Leser ist vor allem relevant, dass Käufer Governance, Compliance und die Qualität der Erlösquellen inzwischen deutlich genauer prüfen, besonders bei Exchanges mit belasteter Vergangenheit. Das gilt umso mehr, weil die Branche zwar wieder mehr Transaktionen sieht, die Ausgangslage aber je nach Anbieter stark variiert.

BitMEX gehörte einst zu den prägendsten Namen im Kryptomarkt und half 2016 dabei, Perpetual-Futures-Kontrakte mit XBTUSD populär zu machen. Das Produkt entwickelte sich zu einem Standard im Derivatehandel und bildet heute die Grundlage für einen großen Teil des Volumens auf Plattformen wie Binance, Bybit und Hyperliquid.

Die Exchange stoppt am 23. September neue Konto-Registrierungen und will anschließend die Aktivitäten zurückfahren. Gleichzeitig läuft noch eine Klage, in der BitMEX beschuldigt wird, Sicherheiten von Händlern zurückgehalten und Insiderhandel betrieben zu haben. Das dürfte die Verkaufschancen zusätzlich belastet haben.

BitMEX war auch die Börse, an der Perpetual Swaps ihren Durchbruch hatten. Dieser Markt ist inzwischen zur dominierenden Form des Krypto-Derivatehandels geworden. Perpetual Swaps dominieren Krypto und treiben die Preisfindung zeigt, wie dieses Produkt die Branche geprägt hat.


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