Bullish verbucht 280 Millionen Dollar Verlust trotz höherem Umsatz
Die Börse und Mutter von CoinDesk verzeichnete vor allem bei Abonnements und Dienstleistungen Wachstum, während schwache Handelsvolumina und ein fallender Bitcoin-Markt das Quartal belasteten.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bullish verbuchte im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 280 Millionen Dollar, trotz eines Anstiegs des bereinigten Umsatzes auf 92,6 Millionen Dollar.
- Der Umsatz aus Abonnements, Dienstleistungen und sonstigen Posten erreichte mit 62,7 Millionen Dollar einen Rekord, während die gesamten Verkäufe digitaler Assets auf 32,6 Milliarden Dollar zurückgingen.
- Bullish erwartet für das Gesamtjahr 2026 225 Millionen bis 245 Millionen Dollar an Umsatz aus Abonnements, Dienstleistungen und sonstigen Einnahmen.
Bullish hat im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 280 Millionen Dollar (243 Millionen Euro) verbucht, während der bereinigte Umsatz deutlich zulegte. Das Kryptounternehmen, das auch Muttergesellschaft von CoinDesk ist, profitierte von höheren Einnahmen aus Abonnements und Dienstleistungen, sah sich im Kryptomarkt aber weiterhin mit schwierigen Handelsbedingungen konfrontiert.
Umsatz wächst schneller als der Verlust
Der bereinigte Umsatz lag bei 92,6 Millionen Dollar (80,2 Millionen Euro) und damit 62 Prozent über dem Vorjahreswert. Das bereinigte EBITDA stieg auf 29,5 Millionen Dollar (25,6 Millionen Euro) und lag damit deutlich über den 8,1 Millionen Dollar (7 Millionen Euro) aus dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch der bereinigte Nettogewinn verbesserte sich auf 14,3 Millionen Dollar (12,4 Millionen Euro), nach einem Verlust von 6 Millionen Dollar (5,2 Millionen Euro) im zweiten Quartal 2025.
Demgegenüber drehte der ausgewiesene Nettogewinn in einen deutlichen Verlust. Bullish meldete einen Verlust von 280 Millionen Dollar (243 Millionen Euro), oder 1,78 Dollar (1,54 Euro) je verwässerter Aktie, gegenüber einem Nettogewinn von 108,3 Millionen Dollar (93,8 Millionen Euro), oder 0,93 Dollar (0,81 Euro) je Aktie, ein Jahr zuvor. Der Umsatz aus Abonnements, Dienstleistungen und sonstigen Posten erreichte mit 62,7 Millionen Dollar (54,3 Millionen Euro) einen Rekord.
Handelsvolumen bleibt schwach
Das Wachstum kam vor allem aus nicht handelsbezogenen Einnahmen. Der bereinigte Transaktionsumsatz stieg zwar auf 29,9 Millionen Dollar (25,9 Millionen Euro), doch die gesamten Verkäufe digitaler Assets gingen auf 32,6 Milliarden Dollar (28,2 Milliarden Euro) zurück, nach 58,6 Milliarden Dollar (50,8 Milliarden Euro) ein Jahr zuvor. Bullish sagte, der Kryptomarkt sei im Quartal schwach geblieben, wobei Bitcoin größtenteils in einer Spanne im niedrigen bis mittleren 60.000-Dollar-Bereich (52.000 Euro) feststeckte.
Diese Mischung zeigt, warum Bullish immer stärker auf Abonnements und Dienstleistungen neben dem eigentlichen Handel setzt. Das Unternehmen erwartet für das Gesamtjahr 2026 225 Millionen Dollar (195 Millionen Euro) bis 245 Millionen Dollar (212 Millionen Euro) an Umsatz aus Abonnements, Dienstleistungen und sonstigen Einnahmen.
Ausblick auf die Expansion
Für europäische Kryptonutzer ist vor allem relevant, dass Bullish seine Einnahmenbasis jenseits der reinen Handelsvolumina verbreitern will. Das könnte in einem Markt wichtig sein, in dem Exchanges und Plattformen immer häufiger nach stabileren Einnahmequellen suchen, zumal die Handelsaktivität von Quartal zu Quartal stark schwanken kann. Auch andere Handelsplattformen suchen nach Wegen, weniger abhängig von Spot-Volumina zu werden; Coinbase erweitert sich mit Derivaten und KI, um weniger abhängig von Handelsgebühren zu sein zeigt, wie breit diese Strategie inzwischen eingesetzt wird.
Bullish teilte außerdem mit, dass die vorgeschlagene Übernahme von Equiniti weiterhin auf Kurs sei, Anfang 2027 abgeschlossen zu werden. Das Unternehmen will damit seine Möglichkeiten rund um Tokenisierung und Issuer Services ausbauen, auch wenn die Transaktion weiterhin vom weiteren Abschluss abhängt.