Kryptokriminalität hat sich 2022 verdoppelt
Vor allem Verstöße gegen Sanktionen haben stark zum Anstieg beigetragen, schreibt das US-Analyseunternehmen Chainalysis.

Vor allem Verstöße gegen Sanktionen haben stark zum Anstieg beigetragen, schreibt das US-Analyseunternehmen Chainalysis.
Kriminelle Transaktionen haben die Kryptobranche im Jahr 2022 verdoppelt. Das geht aus einem aktuellen Bericht des US-Analyseunternehmens Chainalysis hervor. Laut dem Bericht stieg die Anzahl illegaler Übertragungen von 0,12 Prozent auf 0,24 Prozent. Die neue Zahl: 20,1 Milliarden US-Dollar.
Der Rekordwert ist überraschend, weil Chainalysis allgemein einen Rückgang in aktuellen kriminellen Kategorien wie Terrorismusfinanzierung, Betrug oder Ransomware verzeichnete. Nur Diebstähle stiegen im Vergleich zu 2021 um 7 Prozent. Chainalysis führt den allgemeinen Rückgang auch auf die missliche Marktsituation zurück. Die Bären haben Anleger pessimistischer gegenüber Kursversprechen gemacht.
Dennoch nahmen die kriminellen Aktivitäten erstmals seit 2019 wieder zu. Chainalysis sieht einen Anstieg von Sanktionenverletzungen. Sie machten 44 Prozent des gesamten Anteils illegaler Transaktionen aus. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um mehr als 10 Millionen Prozent. Das bedeutet, dass Sanktionenverstöße fast im Alleingang zum Anstieg des Gesamtvolumens beigetragen haben.
Laut Chainalysis war die russische Krypto-Börse Garantex der Großteil der sanktionbezogenen Transaktionen. OFAC, ein ausführlicher Zweig des US-Finanzministeriums, setzte den Dienst im April 2022 auf die Schwarze Liste.
2022: Ein Jahr der Sanktionen
Es überrascht nicht, dass diese Sanktionenverletzungen den Großteil der illegalen Aktivitäten im Jahr 2022 ausmachen. Behörden versuchten, illegale Aktivitäten in der Krypto-Industrie mit teils Masseneingriffen zu verhindern. Einerseits mit einem Verbot gegen Anbieter von Mixing-Diensten wie Tornado Cash und Blender.io, das als Maßnahme gegen die nordkoreanische Hackergruppe Lazarus erlassen wurde. Anderseits Sanktionen gegen Russland infolge des Einmarschs in die Ukraine. So verhängte die EU im Oktober ein allgemeines Verbot für Anbieter von Kryptodiensten an russische Nutzer.
Die Zahlen scheinen auf den ersten Blick ansteigend. Doch scheint das kriminelle Ausmaß im Vergleich zu Fiat-Währungen gering. Allein beim Geldwäsche-Bereich gibt es einen riesigen Unterschied zwischen den beiden Welten. 2021 schätzte Chainalysis, dass etwa 8,6 Milliarden US-Dollar über Bitcoin und andere Kryptowährungen in die legale Wirtschaft gewaschen wurden. Gleichzeitig schätzt das in Wien ansässige Büro für Drogen- und Verbrechen in einem Bericht die weltweite Größe des Geldwäsches auf zwei bis fünf Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. Das bedeutet, dass jährlich zwischen 800 Milliarden und zwei Billionen Dollar gewaschen werden. Lies hier mehr.