ETH-Staking erreicht 34 %, während EIP-8361 die Rendite drückt
Die Stakingratio steigt durch institutionelle Nachfrage und Staking-ETFs, während EIP-8361 die Protokollbelohnung bei hoher Auslastung senken könnte.

Wichtigste Erkenntnisse
- Der Anteil der gestakten ETH ist auf rund 34 % des zirkulierenden Angebots gestiegen und legt laut CryptoRank weiter stetig zu.
- Bitmine hat seine ETH-Staking-Position deutlich ausgebaut und meldet auf Jahresbasis rund 257 Millionen Dollar an Staking-Einnahmen.
- EIP-8361 könnte die Protokollbelohnungen senken, indem es oberhalb von 60.250.000 ETH die Consensus-Ausgabe verbrennt, was die Staking-Yields drückt.
Der Anteil der gestakten ETH ist auf rund 34 % des zirkulierenden Angebots gestiegen, während ein neuer Vorschlag die Staking-Belohnungen auf längere Sicht deutlich drücken könnte. Damit rückt die Attraktivität von Ethereum als Staking-Asset stärker in den Fokus, gerade jetzt, da große Akteure ihre Positionen weiter ausbauen.
Staking wächst weiter
Laut CryptoRank wurde die Marke von 34 % im April erstmals überschritten und steigt seitdem stetig weiter. Die Validator-Queue wächst seit dem Frühjahr um etwa 1,75 Millionen ETH pro Monat, was die Stakingratio strukturell nach oben treibt. Wenn dieses Tempo anhält, könnten bis zum 1. Januar 2028 mehr als 70 Millionen ETH gestakt sein, was gut 55 % des Angebots entspräche.
Dieser Trend passt zu einer breiteren institutionellen Verschiebung. Seit dem Shanghai-Upgrade von 2023 sind Auszahlungen möglich, und die Hürde für Staking in großem Umfang ist gesunken. 2026 kam zusätzliche Unterstützung durch Staking-fähige ETFs wie BlackRocks ETHB hinzu, die institutionellen Anlegern Zugang zu Staking-Renditen geben, ohne dass sie ETH selbst direkt verwalten müssen. Auch große Custodians ziehen mit: BNY fügt Staking der Crypto-Custody-Plattform hinzu für institutionelle Kunden, was die Infrastruktur für diesen Markt weiter verbreitern könnte.
Bitmine baut seine Position aus
Bitmine spielt in diesem Wachstum eine auffällige Rolle. Das Treasury-Unternehmen startete im März 2026 eine eigene Staking-Plattform und baute seine Position danach deutlich aus. DLNews meldete im Januar bereits rund 6 Milliarden Dollar (5,2 Milliarden Euro) an gestakten ETH, fast die Hälfte von Bitmines damaligem gesamten Krypto-Portfolio von 13 Milliarden Dollar (11,3 Milliarden Euro).
Cointelegraph berichtet nun, dass Bitmine auf Jahresbasis etwa 257 Millionen Dollar (223 Millionen Euro) an Staking-Einnahmen erzielt. Das steht getrennt von den 45,7 Millionen Dollar (39,6 Millionen Euro) Quartalsumsatz aus ETH-Staking, den das Unternehmen für das am 31. Mai endende Quartal meldete, als Staking bereits 98 % des gesamten Umsatzes ausmachte. Auch die Ethereum Foundation setzte im April 2026 70.000 ETH für Staking ein, was zeigt, dass nicht nur kommerzielle Akteure, sondern auch größere Ökosysteme ihre ETH häufiger arbeiten lassen.
Was EIP-8361 verändert
Dem wachsenden Nachfrageimpuls steht auf der Angebotsseite des Protokolls ein möglicher dämpfender Effekt gegenüber. EIP-8361 hat noch Draft-Status und ist nicht mit einem konkreten Hard Fork verknüpft, aber der Vorschlag würde eine SATURATION_BALANCE-Schwelle von 60.250.000 ETH einführen. Oberhalb dieser Grenze würde die Consensus-Ausgabe laut dem vorgeschlagenen Text verbrannt.
Für Staker kann sich dadurch die Rechnung verändern. Weniger Protokollbelohnungen bedeuten niedrigere Yields, sofern andere Einnahmequellen wie MEV das nicht ausgleichen. Analysten weisen bereits darauf hin, dass Rekord-Staking mit Dreijahrestiefs bei den realen Yields zusammenfällt, weil die Belohnungen auf immer mehr Validatoren verteilt werden. Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil Staking zunehmend als struktureller Bestandteil des Ethereum-Marktes gesehen wird und nicht nur als zusätzliche Rendite neben Kursgewinnen.