FTX verklagt Managementteam um SBF
Die insolvente Krypto-Börse FTX steckt mitten in einer Restrukturierung.

Die insolvente Krypto-Börse FTX steckt mitten in einer Restrukturierung. Das neue Management hat sich nun auf Sam Bankman-Fried selbst und sein Managementteam fokussiert.
FTX-Gründer Sam Bankman-Fried hat durchaus bessere Zeiten erlebt. Der 31-Jährige steht seit dem Zusammenbruch seiner Krypto-Börse unter Hausarrest, darf kein League of Legends mehr spielen und nun droht ihm auch noch eine Gefängnisstrafe von mehr als 100 Jahren. Wer dachte, der lange Fall des ehemaligen Aushängeschilds der Krypto-Industrie habe damit den Tiefpunkt erreicht, der täuscht sich. Denn nun wird "SBF" von seinem eigenen Unternehmensimperium angeklagt.
Wie aus einem Gerichtsdokument hervorgeht, verlangen FTX, FTX.US und Alameda Research insgesamt 250 Millionen Dollar. Die Klage richtet sich nicht nur gegen Sam Bankman-Fried, sondern auch gegen seine ehemaligen Weggefährten Gary Wang, Caroline Ellison und Nishad Singh. Zentral steht der Erwerb der Krypto-Plattform "Embed", die FTX.US kurz vor dem Konkurs für 220 Millionen US-Dollar abgewickelt hatte. Damit wollte das SBF-Imperium in der traditionellen Aktienbranche Fuß fassen.
Finanzierung mit Kundengeld
Das alte Management wird beschuldigt, die Unternehmensbewertung künstlich in die Höhe getrieben zu haben, um den Deal so schnell wie möglich abzuschließen. Es habe "praktisch keine Due Diligence" im Prozess gegeben, schreiben die Anwälte. Embed-Gründer und CEO Michael Gill soll zusätzlich 157 Millionen Dollar als "Bonus für schnelles Handeln" erhalten haben.
Der Vorgang sei nicht durch FTX.US finanziert worden, wie öffentlich kommuniziert, sondern durch Alameda Research, das Handelshaus von SBF. Das Unternehmen holte das Geld für den Deal aus Kundeneinlagen, heißt es in der Anklage.
Alle Führungskräfte haben bislang zugegeben, Kundengelder veruntreut zu haben. Alle bis auf Sam Bankman-Fried. Insgesamt stehen derzeit zwölf Anklagen gegen SBF aus. Der Prozess gegen ihn ist noch laufend.
Geht FTX wieder auf?
In der Zwischenzeit bleibt sein altes Konzerngefüge weiter an einer Restrukturierung. Der neue CEO, John J. Ray III, beschlagnahmt weiter Vermögenswerte aus dem Unternehmensnetzwerk. Er fordert unter anderem Spenden an politische Organisationen und NGOs zurück. Damit will er Kunden entschädigen. Eine Wiedereröffnung von FTX ist aber noch nicht ausgeschlossen. Mitte April haben Anwälte der Krypto-Börse einen entsprechenden Antrag beim Gericht eingereicht.