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Lummis-X-Konto für Fake-Solana-Token missbraucht

Das verifizierte X-Konto von Senatorin Cynthia Lummis wurde kurzzeitig für die Bewerbung eines Fake-Solana-Token missbraucht. Der Vorfall berührt auch die Debatte um den CLARITY Act und die Krypto-Aufsicht in den USA.

Lummis-X-Konto für Fake-Solana-Token missbraucht

Wichtigste Erkenntnisse

  • Hacker übernahmen am Mittwoch kurzzeitig das verifizierte X-Konto von Senatorin Cynthia Lummis und nutzten es für die Bewerbung eines Fake-Solana-Memecoins.
  • Die Beiträge zum sogenannten $USA Token waren nach rund fünf Minuten wieder verschwunden; Krypto-Nutzer warnten ihre Follower rasch vor einem Kauf.
  • Der Vorfall folgt auf weitere Hacks prominenter Konten und unterstreicht, wie leicht sich soziale Medien für Krypto-Scams missbrauchen lassen.

Hacker haben am Mittwoch für kurze Zeit das verifizierte X-Konto der US-amerikanischen Senatorin Cynthia Lummis übernommen, um einen Fake-Solana-Memecoin zu bewerben. Die Beiträge waren zwar nach wenigen Minuten wieder gelöscht, dennoch zeigt der Vorfall erneut, wie schnell ein gehacktes politisches Konto für einen Krypto-Scam eingesetzt werden kann.

Fake-Token über verifiziertes Konto

Den Berichten zufolge wurde ein sogenannter $USA Token beworben, verbunden mit der Behauptung, er sei „offiziell von unserem Team“ erstellt worden. Der Post enthielt eine US-Flagge sowie einen Link zu pump.fun, einer Plattform, auf der sich in wenigen Minuten ein Solana-Memecoin erstellen lässt. Ein Screenshot von Bitcoin Archive zeigte, dass der Beitrag vor dem Verschwinden rund 5.600 Aufrufe und 37 Antworten gesammelt hatte.

Schon kurz darauf erschienen mehrere nahezu identische Varianten, jeweils mit einer anderen Token-Seite. Krypto-Nutzer warnten ihre Follower innerhalb weniger Minuten davor, den Token zu kaufen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte Lummis' Büro noch keine Stellungnahme zu dem Vorfall abgegeben.

Warum Lummis besonders sensibel ist

Der Angriff trifft eine Senatorin, die in Washington derzeit zu den lautesten Befürworterinnen des Digital Asset Market Clarity Act, besser bekannt als CLARITY Act, zählt. Der Gesetzentwurf soll die Zuständigkeiten bei der Krypto-Aufsicht zwischen SEC und CFTC aufteilen und sieht unter anderem Regeln für digitale Commodities, Investment-Contract-Assets und Payment-Stablecoins vor. Ergänzt wird das Paket durch Verbraucherschutzmaßnahmen, etwa die Trennung von Kundengeldern durch Custodians.

Für europäische Krypto-Follower ist vor allem relevant, dass solche Hacks nicht nur ein Sicherheitsproblem darstellen, sondern auch die politische Debatte rund um Krypto beeinflussen können. Wenn eine prominente Verfechterin klarerer Regeln selbst Ziel eines Scams wird, zeigt das, wie sichtbar und zugleich anfällig der Sektor inzwischen im öffentlichen Diskurs ist. Zusätzliche Brisanz erhält der Zeitpunkt, weil der CLARITY Act auch mehr Mittel zur Bekämpfung von Kryptobetrug freimachen soll, wie in der Diskussion um die zusätzlichen Durchsetzungsmittel gegen Kryptobetrug.

Welle von Account-Übernahmen

Auffällig ist auch der Zeitpunkt, denn der Vorfall folgt nur sechs Tage nach dem Hack des X-Kontos von Robinhood-Chef Vlad Tenev. Damals bewarben Angreifer einen Token namens Vladhood und nahmen laut den Berichten rund 1,2 $ Millionen (1,1 € Millionen) ein. Anfang dieses Monats wurden zudem die Konten von SpaceX und Starlink für einen Rug Pull rund um SCATMAN genutzt, bei dem etwa 125.000 $ (109.800 €) umgesetzt wurden.

X hat im April zwar zusätzliche Einschränkungen für erste Krypto-Posts eingeführt, doch das Muster scheint dadurch nicht verschwunden zu sein. In diesem Fall dürfte der Scam-Token selbst keine echte Liquidität gehabt haben, während SOL bei rund 73 $ (64 €) notierte, fast 1 Prozent niedriger auf Tagessicht und etwa 60 Prozent unter dem Niveau von vor einem Jahr.


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