Luno streicht 20 Prozent der Belegschaft nach Automatisierung
Luno rückt weiter in Richtung White-Label-Dienste für Banken und Fintechs, während schwächere Retail-Volumina und Automatisierung die Kosten drücken.

Wichtigste Erkenntnisse
- Luno baut wegen schwächerem Retail-Trading und zunehmender Automatisierung rund 20 Prozent seiner weltweiten Belegschaft ab.
- CEO James Lanigan sagt, dass Investitionen in Automatisierung und operative Verbesserungen den Personalbedarf des Unternehmens verändert haben.
- Luno richtet sich stärker auf Business-to-Business aus und bietet White-Label-Krypto-Lösungen für Banken, Fintechs und Telekommunikationsunternehmen an.
Die Krypto-Börse Luno trennt sich von rund 20 Prozent ihrer weltweiten Belegschaft. Nach Angaben des Unternehmens drücken schwächeres Retail-Trading und ein stärkerer Fokus auf Automatisierung die Organisation in Richtung einer schlankeren Struktur und eines größeren B2B-Geschäfts.
Automatisierung verändert die Organisation
CEO James Lanigan bestätigte die Entlassungen gegenüber Bloomberg, nannte aber keine genaue Zahl der betroffenen Mitarbeiter. Seiner Einschätzung nach haben Investitionen in Automatisierung und weitere operative Verbesserungen im vergangenen Jahr den Ressourcenbedarf des Unternehmens spürbar verändert.
Gleichzeitig investiert Luno weiter in Retail-Produkte, Infrastruktur und regulatory compliance. Der strategische Schwerpunkt verschiebt sich dennoch zunehmend in Richtung Business-to-Business. Dort stellt das Unternehmen Banken, Fintechs und Telekommunikationsunternehmen Krypto-Produkte im White-Label-Modell unter deren eigener Marke zur Verfügung.
Zweiter großer Einschnitt in drei Jahren
Der aktuelle Schritt ist bereits Lunos zweite größere Personalmaßnahme innerhalb von dreieinhalb Jahren. Im Januar 2023 hatte die Exchange schon 35 Prozent der Belegschaft abgebaut und dies damals mit einem besonders schwierigen Marktumfeld begründet.
Luno wurde 2013 unter dem Namen BitX gegründet und hat sich später klar auf aufstrebende Märkte konzentriert, vor allem in Afrika und Südostasien. Das Unternehmen, das 2020 von Digital Currency Group übernommen wurde, verbindet heute eine Retail-Exchange mit einem White-Label-Angebot, das Liquidität, Wallets und die Compliance-Infrastruktur bereitstellt.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter zeigt dieser Schritt, wie stark Exchanges ihre Kostenstruktur anpassen müssen, wenn Retail-Volumina unter Druck geraten. Zugleich unterstreicht er, dass Compliance und Infrastruktur für viele Anbieter inzwischen wichtiger werden als allein der Betrieb einer Handelsplattform. Lunos Modell, bei dem ein Anbieter im Hintergrund die technische und rechtliche Basis liefert, passt zu einem breiteren Trend, Krypto-Dienste stärker in bestehende Finanzkanäle einzubetten. Eine ähnliche Entwicklung ist bei Coinbase zu beobachten, das mit neuen Produkten seine Abhängigkeit von Handelsgebühren verringern will.