Ölsorgen drücken Bitcoin, während der Konflikt zwischen den USA und Iran anhält
Die wachsenden Spannungen rund um die Straße von Hormus treiben die Ölpreise nach oben und belasten Bitcoin. Marktteilnehmer fürchten, dass ein längerer Konflikt zwischen den USA und Iran die Risikobereitschaft weiter dämpfen könnte.

Wichtigste Erkenntnisse
- Eine Reuters/Ipsos-Umfrage zeigt, dass 79% der Amerikaner erwarten, dass der Konflikt zwischen den USA und Iran noch länger andauert.
- Bitcoin fiel auf etwa 62.600 $, weil Händler mit Störungen rund um die Straße von Hormus und einer breiteren Risikoaversion rechnen.
- Öl legte nach der Eskalation um etwa 4% zu, während der Markt höhere Energiepreise und zusätzlichen Druck auf Krypto einpreist.
Eine neue Umfrage deutet darauf hin, dass fast vier von fünf Amerikanern mit einem längeren Konflikt zwischen den USA und Iran rechnen. Parallel dazu reagieren auch die Kryptomärkte auf die zunehmenden Spannungen rund um die Straße von Hormus. Bitcoin fiel dabei auf etwa 62.600 $, nachdem Händler erneut mit möglichen Störungen im Energiefluss und einer breiteren Risikoaversion am Markt gerechnet hatten.
Umfrage deutet auf langen Krieg hin
Laut einer Reuters/Ipsos-Umfrage unter 1.019 amerikanischen Erwachsenen gehen 79% davon aus, dass die Kämpfe nicht bald enden. Nur 18% glauben, dass der Konflikt innerhalb weniger Wochen beigelegt werden kann. Auch die Unterstützung für die Angriffe bleibt begrenzt: 37% der Befragten stehen dahinter.
Politisch ist der Zeitpunkt heikel. Präsident Donald Trump teilte dem Kongress mit, dass die militärische Aktion am 7. Juli wieder aufgenommen worden sei. Dadurch kann das Militär noch 60 Tage ohne Zustimmung des Kongresses weitermachen. Das geschieht Monate vor den Zwischenwahlen im November, bei denen höhere Benzinpreise die Republikaner zusätzlich unter Druck setzen könnten.
Hormus hält die Märkte in Alarmbereitschaft
Die Lage rund um die Straße von Hormus bleibt für Ölhändler und Anleger ein zentraler Risikofaktor. Durch diese schmale Passage laufen täglich etwa 20% des weltweiten Ölhandels, also grob 20 Millionen Barrel pro Tag. Schon die Drohung einer Blockade kann deshalb spürbare Folgen für die Energiepreise und die allgemeine Marktstimmung haben.
Trump sagte am Montag, dass er iranische Häfen an der Meerenge schließen und 20% auf jede durchfahrende Ladung erheben will. Teheran hatte den Kanal zuvor bereits für geschlossen erklärt. Rohöl stieg daraufhin um etwa 4%, während Bitcoin unter Druck geriet, weil Marktteilnehmer mit einem möglichen länger anhaltenden Engpass rechneten.
Die Kursreaktion passt zu einem breiteren Muster, bei dem geopolitische Eskalationen direkt auf Krypto durchschlagen. Bei einer früheren Marktbewegung fiel Bitcoin bereits auf etwa 62.600 $ (54.800 €), als Trump seinen Plan rund um die Straße von Hormus ankündigte und Öl gleichzeitig anzog.
Bedeutung für Krypto
Für europäische Krypto-Nutzer ist das vor allem deshalb relevant, weil Bitcoin in solchen Phasen oft mit der allgemeinen Risikobereitschaft am Markt mitläuft. Wenn die Ölpreise weiter steigen, rücken für Anleger schnell Themen wie Inflation, Wachstum und Liquidität in den Vordergrund, Faktoren, die auch den Kryptomarkt beeinflussen können. Die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit und höherem Druck bei den Energiepreisen macht die Reaktion von Bitcoin besonders anfällig für Nachrichten aus Washington und dem Nahen Osten.