OneCoin: Ehemaliger Sicherheitschef flieht Hausarrest vor Prozessbeginn
Frank Schneider half der Krypto-Königin bei ihrer Flucht.

Frank Schneider half der Krypto-Königin bei ihrer Flucht. Jetzt ist er untergetaucht und wartet auf seinen Prozess. Haben die Behörden in Luxemburg ihm geholfen?
Er war der Sicherheitschef der "Krypto-Königin" und half einst dem meistgesuchten Kriminellen bei der Flucht. Jetzt ist Frank Schneider selbst untergetaucht. Das meldet die britische BBC. In den USA stand ein Prozess gegen ihn bevor – bis zu 40 Jahre Haft. Es kursieren verschiedene Theorien über seinen Aufenthaltsort. Einige Spuren führen in die Vereinigten Staaten, andere nach Luxemburg oder sogar nach Dubai.
Frank Schneider wurde vor zwei Jahren in einer spektakulären Operation von französischen Behörden festgenommen. Seitdem steht er unter Hausarrest in seinem Anwesen im Nordosten des Landes. Die Franzosen hatten seinen Auslieferungsantrag an die USA am 15. Februar 2023 unterzeichnet. Nach Angaben hat der Ex-Spion seine Fußfessel abgelegt. Selbst engste Familienmitglieder wissen nichts über seinen Aufenthaltsort.
Wie er der Krypto-Königin bei der Flucht half
Laut einem Insider in der luxemburgischen Tageszeitung ist Schneider "in sicheren Händen eines anderen Justizapparats". Eine Vermutung: Die luxemburgischen Behörden haben ihn gerettet. Besonders konservative Parteien wollten seine Auslieferung verhindern. Es sind nur etwa 30 Minuten Fahrt von seinem Zuhause zu seinem Wohnort.
Andere Theorien: Schneider hat, wie andere Ex-OneCoiner, einen Deal mit den USA geschlossen und steht dort nun unter Hausarrest. Eine weitere Möglichkeit ist, dass er Zuflucht in Israel oder Großbritannien über alte Kontakte zum Geheimdienst gefunden hat. Oder er hat sich in Dubai versteckt, eine "sichere Zuflucht" für Kriminelle.
Frank Schneider war Berater und Sicherheitschef der Milliardenbetrug OneCoin. Gerüchten zufolge gab er Ruja Ignatova die entscheidenden Tipps für ihre Flucht. In eines seiner vielen Presseinterviews sagte er, dass er Ruja Ignatova in der Nacht vom 25. Oktober 2017 am Telefon gehabt habe. Sie wurde von Männern über die Grüne Grenze zurück nach Bulgarien gebracht, erzählte sie ihm. In der Nacht schickte sie eine SMS: "Sicher zu Hause". Ihr letztes Lebenszeichen.
OneCoin gilt als der Betrug des Jahrhunderts
OneCoin gilt als einer der größten Kryptobetrugsfälle aller Zeiten. Ausgelassene Partys in Bulgarien und London. Räume voller Bargeld, Privatjets und aufgepäppelte Kunden, weltweit. Europol und die FBI platzierten Gründerin Ruja Ignatova im Juni 2022 auf ihren Listen der weltweit meistgesuchten Kriminellen, neben Serienmördern, Terroristen und Drogenkartellen-Bossen. Es laufen Untersuchungen zu OneCoin in zahlreichen Ländern.