Finst

Solana in Gefahr? FTX-Wallets verschieben SOL-Bestände

Wenn die enormen SOL-Bestände der zusammengebrochenen Kryptobörse FTX den Markt erreichen, scheint ein Sell-off unvermeidlich.

Solana in Gefahr? FTX-Wallets verschieben SOL-Bestände

Wenn die enormen SOL-Bestände der gestürzten Kryptobörse FTX den Markt erreichen, scheint ein Sell-off unvermeidlich.

Es fühlt sich an wie eine zerbrochene Beziehung, die noch nicht überwunden ist: Solana und die gefallene Kryptobörse FTX. Selbst nach der spektakulären Spaltung vor etwas mehr als einem Jahr hat das ehemalige Unternehmen von Sam Bankman-Fried offenbar immer noch großen Einfluss auf die (einst) "schnellste Blockchain der Welt". Denn wie Monate zuvor von der Solana Foundation enthüllt haben FTX und das ebenfalls geplatzte Schwesterunternehmen Alameda Research enorme Bestände der Kryptowährung in ihren Händen. Angeblich etwa 60 Millionen SOL-Token im Wert von 1,1 Milliarden US-Dollar.

Verschiedene On-Chain-Daten zeigen nun, dass Teile dieser und anderer Altcoin-Bestände von FTX in Bewegung geraten. Das könnte ein Zeichen für die bevorstehende Veräußerung der Vermögenswerte durch die Treuhänder der Börse sein. Im Januar erhielten sie dafür bereits die Erlaubnis des Gerichts. Ihr Ziel: Sicherheiten im Gesamtwert von fünf Milliarden US-Dollar zu verkaufen, um Kunden der Börse zu entschädigen, die Verluste erlitten haben. Der Tag, der vielen Solana-Investoren schlaflose Nächte bereiten könnte, rückt immer näher.

Beitrag auf X ansehen

FTX: Die explosive Solana-Wale

FTXs immense SOL-Bestände: ein Damoklesschwert, das für Solana die gleiche Bedeutung hat wie die SOL-Bestände der abgestürzten Mt. Gox-Börse für Bitcoin. Wenn sie vollständig liquidiert werden, wird der SOL-Preis sehr wahrscheinlich einbrechen. Viele Beobachter propheuten daher ein schnelles Aus von Solana im Nachgang zum FTX-Crash. Jede Hoffnung auf eine Rückkehr hängt zwangsläufig vom Ausgang des FTX-Verfahrens und der Abwicklung dieser Bestände ab.

Beitrag auf X ansehen

Die Kryptogemeinschaft spekuliert unterdessen darüber, wie viele Coins die Liquidatoren des Unternehmens überhaupt verkaufen könnten. Der Großteil der Bestände sitze "hinter Schloss und Schlüssel", so X (ehemals Twitter) und Solana Compass. Zwischen 2025 und 2027 könnten sie liquidiert werden. Laut On-Chain-Daten belaufen sich die SOLs, die kürzlich in Gang gesetzt wurden, auf lediglich sieben Millionen Einheiten, das entspricht 134 Millionen US-Dollar. Obwohl dies vorläufig deutlich besser für den Markt wäre, würde es immer noch einen großen Teil des aktuellen täglichen Handelsvolumens darstellen. Die negativen Neuigkeiten scheinen bereits Wirkung zu zeigen. In den letzten Tagen fiel SOL unter die wichtige Marke von 20 USD.

Solana-Gründer mit Idee für Win-Win

Solana-Gründer Anatoly Yakovenko ist offenbar auch unsicher über die liquidierenden SOL-Bestände seiner früheren Investoren und verweist auf die On-Chain-Daten. Doch er hofft auf ein "weniger schlechtes Ergebnis für alle" als das einfache Veräußern der Token am Markt. Sein Wunsch wäre es, die SOL direkt an alle FTX-Kunden zu verteilen. Diese könnten dann ihre eigenen Entscheidungen treffen. Eine direkte Verteilung an "rund fünf Millionen Nutzer" könnte langfristig auch Potenzial für das Netzwerk haben. Ein "Win-Win" gemäß Yakovenko.

Beitrag auf X ansehen

Ob FTX-Kunden überhaupt mit Crypto zu tun haben wollen, bleibt jedoch fraglich. Es gibt wahrscheinlich genug Geschädigte, die nach einem Jahr einfach wieder ihr Geld zurückhaben möchten, wie einige Nutzer reagierten. Wenn also nicht das neue Management die Tokens verkauft, dann sind es wahrscheinlich die Kunden selbst. Das Ergebnis würde dasselbe bleiben. Um so schnell wie möglich die FTX-Fluch hinter sich zu lassen, könnte die Solana Foundation stattdessen ein Token-Backbuy in Erwägung ziehen. Ähnlich wie die Handelsplattform Robinhood hat sich zuletzt auch von Sam Bankman-Fried autonom gemacht.

Laut den oben genannten Zahlen besitzt FTX zusammen mit Alameda Research jedoch ungefähr ein Zehntel der SOL-Token. Beide sind auch aktive Staker und warten angeblich noch immer auf die View post on X aus ihrer Seed-Investition. Ein Rückkauf könnte daher teurer sein – vielleicht unmöglich. Die FTX-Saga wird das Solana-Ökosystem somit wahrscheinlich noch eine Weile begleiten, wie eine chronische Krankheit, die nun in ihre letzte Phase zu gehen scheint. Es ist gut vorstellbar, dass sie jetzt lieber einen kurzen, aber schmerzhaften Bruch bevorzugen würden. Wie groß der Schaden auch ist, sobald Solana von FTX und Alameda bereinigt ist, könnte endlich ein echter Neubeginn sichtbar werden.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.