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USA und Großbritannien wollen Regeln für tokenisierte Finanzprodukte angleichen

Treasury und HM Treasury wollen tokenisierte Wertpapiere und grenzüberschreitende Stablecoins besser koordinieren, mit SEC, CFTC, FCA und Bank of England am Tisch.

USA und Großbritannien wollen Regeln für tokenisierte Finanzprodukte angleichen

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich wollen die Regeln für tokenisierte Finanzprodukte enger aufeinander abstimmen.
  • Im Mittelpunkt stehen tokenisierte Wertpapiere, grenzüberschreitende Stablecoins und eine engere Zusammenarbeit der Aufsichtsbehörden.
  • Auch klassische Märkte sind Teil der Roadmap, etwa bei Kapitalbeschaffung, Derivateaufsicht und Marktdaten.

Die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich haben einen Fahrplan vorgelegt, der den grenzüberschreitenden Einsatz tokenisierter Finanzprodukte erleichtern soll. Washington und London setzen damit ein klares Signal für mehr Abstimmung bei Blockchain-basierten Finanzprodukten, zu einem Zeitpunkt, an dem tokenisierte Assets und Stablecoins zunehmend als Teil des breiteren Kapitalmarkts wahrgenommen werden.

Weniger Reibung zwischen den Märkten

Die Empfehlungen wurden am Dienstag vom U.S. Department of the Treasury und HM Treasury veröffentlicht und von der Transatlantic Taskforce for Markets of the Future erarbeitet. Die Taskforce war im September 2025 von Scott Bessent und Rachel Reeves ins Leben gerufen worden, um die Zusammenarbeit zwischen den beiden Finanzzentren zu vertiefen. Bereits im Januar hatte die Gruppe in London eine gemeinsame Branchensitzung organisiert, bei der es um engere Verbindungen zwischen den britischen und US-amerikanischen Kapitalmärkten sowie um die Zusammenarbeit bei digitalen Assets ging.

Der Bericht umfasst zehn Empfehlungen für digitale Assets und traditionelle Märkte. Auf der Krypto-Seite wollen beide Länder unter anderem eine branchengeführte Arbeitsgruppe für grenzüberschreitende Tokenisierungsprojekte aufbauen, die Regeln für tokenisierte Wertpapiere besser angleichen und die Entwicklung grenzüberschreitender Stablecoins unterstützen. Zudem sollen internationale Bankstandards für Kryptoassets überprüft und politische Rahmenwerke entwickelt werden, in denen Stablecoins, tokenisierte Bankeinlagen und andere Formen digitalen Geldes nebeneinander bestehen können.

Stablecoins bekommen mehr Spielraum

Auffällig ist, dass beide Regierungen in einer gemeinsamen Erklärung ausdrücklich Unterstützung für grenzüberschreitende Stablecoin-Aktivitäten signalisiert haben. Demnach soll der private Sektor eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von digitalem Geld und Zahlungssystemen spielen. Neue Regeln enthält die Empfehlungsliste nicht. Sie zeigt vor allem auf, wo die Aufseher enger zusammenarbeiten sollen.

Im Fokus stehen dabei unter anderem die SEC, CFTC, FCA und die Bank of England. Sie sollen prüfen, wie tokenisierte Wertpapiere grenzüberschreitend abgewickelt werden können und ob Stablecoins oder tokenisierte Geldmarktfonds als Sicherheiten an den Finanzmärkten infrage kommen. Für europäische Kryptonutzer ist vor allem relevant, dass Tokenisierung damit vom Nischenthema zunehmend auf die Agenda der obersten Aufseher rückt. Das könnte Folgen dafür haben, wie digitale Assets künftig in bestehende Marktstrukturen eingebettet werden. In den USA läuft diese Debatte schon länger, unter anderem mit Blick auf tokenisierte Aktien und die Frage, welche Rechte und Abwicklungsregeln dabei gelten.

Auch die traditionelle Finanzwelt zieht mit

Die Roadmap beschränkt sich nicht auf Krypto. Auch bei klassischen Marktstrukturen wollen die SEC und die FCA enger zusammenarbeiten, etwa um grenzüberschreitende Kapitalbeschaffung zu erleichtern. Darüber hinaus planen die Aufseher eine Kooperation bei der Derivateaufsicht, bei der Transparenz von Marktdaten und bei internationalen Rechnungslegungsstandards.

Treasury Secretary Scott Bessent erklärte, die Empfehlungen spiegelten die Stärke der US-amerikanischen und britischen Finanzmärkte sowie ihr gemeinsames Bekenntnis zu Wirtschaftswachstum, Innovation und Wettbewerb wider. Im Kern geht es damit nicht um eine neue Gesetzgebung, sondern um den Versuch, die Regeln für tokenisierte Finanzprodukte und traditionelle Märkte besser aufeinander abzustimmen. Im Vereinigten Königreich fügt sich das auch in die jüngere Linie der Aufseher ein, die sich bereits in der Lockerung der Stablecoin-Regeln und breiteren Krypto-Lizenzregeln gezeigt hat.


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