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XRP-Nachfrage kühlt ab, doch Funding deutet auf Erholung hin

Die Abkühlung betrifft Wallets, Futures und US-Spot-XRP-ETFs, während extrem negative Funding Rates auf eine mögliche Erholung hindeuten.

XRP-Nachfrage kühlt ab, doch Funding deutet auf Erholung hin

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die Aktivität auf dem XRP Ledger ging im Juli zurück. Gleichzeitig wurden weniger Wallets genutzt, und die Zahl neuer Wallets fiel auf den schwächsten Stand seit November 2024.
  • Auch der Futures-Markt und US-Spot-XRP-ETFs zeigten Schwäche. Das Open Interest sank, am 8. Juli kam es zudem zu einem Nettoabfluss von 7,29 Millionen US-Dollar.
  • Laut Analysten könnten extrem negative Funding Rates darauf hindeuten, dass das Sentiment zu bärisch geworden ist. Insgesamt bleibt das Bild aber gemischt.

XRP stand Anfang Juli an mehreren Fronten unter Druck. Die On-Chain-Aktivität auf dem XRP Ledger ließ nach, im Futures-Markt wurde es ruhiger und auch bei Spot-ETFs fehlten frische Zuflüsse. Gleichzeitig sprechen extrem negative Funding Rates dafür, dass sich der Markt womöglich zu stark auf die bärische Seite bewegt hat.

Weniger Aktivität auf dem Ledger

Nach Angaben von Santiment sank die Zahl der aktiven Wallets auf dem XRP Ledger im Juli auf 25.350. Das war der zweittiefste Tageswert von 2026. Auch die Zahl neu erstellter Wallets ging auf 2.130 zurück und lag damit auf dem niedrigsten Stand seit November 2024.

Die Abkühlung passt zu einer Phase, in der Trader offenbar erst belastbare Signale sehen wollen, bevor sie wieder einsteigen. Santiment erklärte, dass das Dip-Buying vom Ende Juni nachgelassen habe und viele Marktteilnehmer inzwischen auf einen klaren Katalysator warteten, statt einer kleinen Gegenbewegung hinterherzulaufen. Dazu passt auch die breitere Debatte über den Zustand des Netzwerks, einschließlich der Einführung neuer XRP-Ledger-Software und der Frage, wie schnell Verbesserungen tatsächlich angenommen werden.

Futures und ETFs schwächen sich ab

Auch am Derivatemarkt war die Nachfrage geringer. Das Open Interest in XRP-Futures auf Binance fiel auf rund 397 Millionen XRP und damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Monaten. Wenn das Open Interest in einer Schwächephase zurückgeht, deutet das häufig auf weniger gehebelte Positionen und auf Trader hin, die ihr Risiko reduzieren.

Ein ähnliches Bild zeigte sich auf institutioneller Seite. US-amerikanische Spot-XRP-ETFs verzeichneten am 8. Juli einen Nettoabfluss von 7,29 Millionen US-Dollar, den größten Tagesabfluss seit März. In derselben Woche drehten die ETF-Ströme bei Bitcoin und Ethereum ins Plus, während XRP eine rote Woche verbuchte und damit eine Serie von neun Wochen mit Zuflüssen beendete.

Warum Analysten trotzdem auf eine Erholung schauen

Trotz der schwächeren Signale sehen einige Analysten weiterhin Spielraum für eine Gegenbewegung. Darkfost verwies darauf, dass die 30-Tage-Funding-Rates auf Binance extrem negativ geworden sind, nachdem XRP vom Juli-Hoch 2025 um etwa 70 Prozent gefallen war. Eine so einseitig pessimistische Positionierung kann in manchen Fällen einer Erholung vorausgehen.

Hinzu kommt, dass XRP seit dem Allzeithoch von 3,66 US-Dollar (3,20 Euro) im Juli 2025 deutlich zurückgekommen ist. Gleichzeitig verfügt der Markt heute über mehr institutionelle Infrastruktur als noch vor einem Jahr. Der CLARITY Act vom Mai 2026 brachte zusätzliche regulatorische Klarheit und könnte es institutionellen Akteuren erleichtern, XRP in größerem Umfang zu halten. Auch das Wachstum bei tokenisierten Assets und im Zahlungsverkehr dürfte dem Netzwerk langfristig zusätzliche Relevanz verleihen. In Europa erhielt Ripple außerdem kürzlich eine vollständige MiCA-Lizenz in Luxemburg, was die institutionelle Positionierung weiter stärkt.

Für europäische Krypto-Anleger ist vor allem relevant, dass XRP derzeit nicht nur von der Kursentwicklung abhängt, sondern auch von Liquidität, ETF-Strömen und der Nutzung auf dem Ledger. Sollte einer dieser Faktoren wieder an Dynamik gewinnen, könnte sich auch die Nachfrage nach XRP erneut verändern. Vorerst bleibt das Gesamtbild jedoch gemischt.


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