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Celsius verklagt Tether wegen 3,4 Milliarden Dollar

Celsius fordert mehr als 57.000 Bitcoin von Tether zurück.

Celsius verklagt Tether wegen 3,4 Milliarden Dollar

Celsius fordert mehr als 57.000 Bitcoin von Tether zurück. Was steckt hinter der spektakulären Krypto-Klage gegen den USDT-Anbieter?

Kaum hat die Staub sich nach dem milden Urteil gegen Ripple im vierjährigen Rechtsstreit mit der SEC gelegt, droht die nächste juristische Belastung für den Kryptosektor. Das insolvente Kreditvergabeplattform Celsius hat eine Klage gegen Tether eingereicht, in der der Stablecoin-Anbieter der größeren Veruntreuung von Vermögenswerten beschuldigt wird.

Der Betrag im Streit laut einem gerichtlichen Dokument: insgesamt 57.428,64 BTC im aktuellen Wert von knapp 3,4 Milliarden US-Dollar. Kürzlich machte Celsius Schlagzeilen, als das Unternehmen ehemalige Kunden verklagte, die in den 90 Tagen vor dem Konkurs Geld abgehoben hatten. Nun rückt Tether ins Visier der Kläger.

Deed of Amendment - Celsius - 13 Jan

Quelle: cases.stretto

Der Grund für den Wirbel: Während des Insolvenzverfahrens von Celsius soll Tether eine große Summe in USDT geliehen haben, wofür Celsius seinerseits 39.542,42 BTC als Sicherheit hinterlegte. Wegen des deutlich fallenden BTC-Kurses musste das Kreditplattform im Juni 2022 jedoch zusätzliches Sicherheiten bereitstellen.

Tether wird nun beschuldigt, die betreffende Bitcoin vollständig liquidiert zu haben, ohne dem Unternehmen überhaupt die Möglichkeit zu geben, weitere Sicherheiten zu hinterlegen. Damals schwankte der BTC-Kurs um die 20.000 Dollar, ein Niveau, das im Juli desselben Jahres vorübergehend durchbrochen wurde. Folglich liegt der aktuelle Fiatwert etwa dreimal höher als zum Zeitpunkt des Vorfalls.

Tether spricht von "Erpressung" und wehrt sich gegen die Vorwürfe

Tether will solche Anschuldigungen auf keinen Fall akzeptieren. In einem neuen Blogbeitrag schreibt das Unternehmen, dass die Klage von Celsius völlig "grundlos" sei und dass man sich "entschlossen verteidigen" werde. "Die BTC wurden auf Anweisung und mit Zustimmung von Celsius zu den Preisen von Juni 2022 liquidiert", erklärt der Stablecoin-Anbieter weiter und spricht von rund 815 Millionen geliehenen USDT.

Der Streitwert ist nicht ganz eindeutig, denn Tether verweist in dem Post nur auf die verkauften 39.542 Bitcoin. Aber: Laut Seite 28 der Klage soll Celsius offenbar auch zwei weitere Überweisungen aus demselben Zeitraum unwiderruflich erklären lassen, was zu einer Gesamtmenge von 57.428,64 BTC führen würde.

Kürzlich meldete Tether Rekorderlöse im zweiten Quartal dieses Jahres: 1,3 Milliarden US-Dollar verdiente das Unternehmen hinter dem beliebten USDT-Stablecoin. Insgesamt bedeutet dies für die ersten sechs Monate 2024 bereits mehr als 5,2 Milliarden Gewinn, was die Stärke von Tether untermauert.

Kein Wunder, dass man dort gelassen auf die Klage reagiert: "Tether ist ein extrem profitables Unternehmen, das jeden Monat zusätzliche Gewinne einfährt. Daher werden die Inhaber von Tether-Token selbst im unwahrscheinlichen Fall, dass diese unbegründete Klage etwas erreicht, nicht getroffen."

Der Zusammenbruch von Celsius war eines der dramatischsten Krypto-Ereignisse im Verlauf des volatilen Jahres 2022. Das Kreditvergabeplattform musste im Sommer Insolvenz beantragen, wobei Verbindlichkeiten von 5,5 Milliarden Dollar die Vermögenswerte um mehr als 1,2 Milliarden überstiegen. Derzeit ist der ehemalige CEO von Celsius, Alex Mashinsky, gegen Kaution von 40 Millionen Dollar frei. Sein Prozess ist für September geplant.


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