Sam Bankman-Fried über den FTX-Hack, politische Spenden und das Geld der Kunden
FTT-Coins, FTX-Hacker, dubiose politische Spenden an die Republikaner und die Hoffnung auf Kundengelder: Ein besorgter Sam Bankman-Fried (SBF) meldet sich zu Wort.

FTT-Coins, FTX-Hacker, dubiose politische Spenden an die Republikaner und die Hoffnung auf das Geld der Kunden: Ein besorgter Sam Bankman-Fried (SBF) meldet sich zu Wort.
Gestern erklang erneut die Stimme vermutlich der meistdiskutierten Person rund um Krypto aus vielen Lautsprechern: Sam Bankman-Fried (SBF) gab einem Interview mit Crypto-Bloggerin Tiffany Fong und kommentierte den FTX-Insolvenz, dem FTT-Coin und dem Exchange-Hacker. Er erläuterte auch, warum er Geld an sowohl die Demokraten als auch die Republikaner spendete und gab einen Ausblick auf die Zukunft. Doch die Aussagen sollten mit Vorsicht genossen werden.
FTT-Coins und der FTX-Hack
"Ich denke, dass FTT glaubwürdiger war als die meisten Coins", sagt SBF zu Beginn des Interviews. Ziemlich nachvollziehbar fährt er unbeirrt fort: "Sein Wert war wirtschaftlich besser untermauert als ein durchschnittlicher Coin." Er schien sich auch keine Sorgen über die zentrale Verteilung des FTT-Tokens zu machen. Der Grund für das Scheitern von FTX und dem Exchange-Token soll laut Bankman-Fried auf den massiven FTT-Verkauf zurückzuführen sein.
Sam Bankman-Fried kommentierte auch den FTX-Hack: "Ich habe es auf etwa acht Personen beschränkt. Ich weiß nicht, wer sie alle waren." Er ließ durchscheinen, dass es sich um einen ehemaligen FTX-Mitarbeiter handeln könnte. Er bestreitet eine Mitverantwortung.
Spenden auch an Republikaner
Im letzten Jahr spendete er fünf Millionen Dollar an die Kampagne von US-Präsident Biden und mehr als neun Millionen an Kongressmitglieder. Im Mai kündigte er Spenden in Höhe von 100 Millionen bis zu einer Milliarde Dollar für die Präsidentschaftswahlen 2024 an. Dabei schilderte er sich stets als Unterstützer der amerikanischen Demokraten. Nun offenbarte Sam Bankman-Fried: "Ich habe an beide Parteien gespendet."
"Alle meine Republikanischen Spenden waren dunkel. In der Praxis kann sich niemand vorstellen, dass jemand tatsächlich dunkles Geld gegeben hat. [Dunkles Geld bezieht sich auf Ausgaben, die darauf abzielen, politische Ergebnisse zu beeinflussen, deren Quelle jedoch nicht offengelegt wird]."
Sam Bankman-Fried
Der Grund für die Geheimhaltung war das "super-liberale Denken der Reporter", die "verrückt werden, wenn man an die Republikaner spendet".
Die Zukunft von FTX und das Geld der Kundinnen und Kunden
Da Chapter-11-Pleite eine technisch restrukturierende Maßnahme ist, könnte FTX künftig seine normalen Tätigkeiten wieder aufnehmen. Über diesen Punkt war Bankman-Fried unentschlossen und verwies auf die "Menschen, die er an die Spitze gestellt hätte".
Auf die Frage, ob Kundinnen und Kunden überhaupt irgendeine Form von Entschädigung erhalten würden, stammelte SBF, gab aber dennoch eine Offenlegung. Während Kundinnen und Kunden aus den USA "einen US-Dollar pro ausgegebener US-Dollar" zurückbekommen könnten, müssten FTX.com-Opfer sich mit "20–25 Cent pro US-Dollar" zufriedengeben. Bislang ist das nur Vermutung. Wie viel Geld Kundinnen und Kunden der gescheiterten Kryptobörse tatsächlich erhalten werden, ist noch unklar.
In einem zweiten Interview spricht SBF über Alameda Research und seine Verbindung zu Binance. Er gestand Reue ein und sagte, er sei dankbar für "diejenigen, die bei ihm geblieben sind". Tiffany Fong merkte an, dass die Aussagen von Bankman-Fried mit einem Körnchen Salz zu nehmen seien.