Südkorea stark getroffen durch FTX-Insolvenz
Aufgrund der hohen Nutzerzahlen leiden einige asiatische Länder vor allem unter dem Crash der Kryptobörse FTX.

Aufgrund der hohen Nutzerzahlen leiden einige asiatische Länder vor allem unter dem Crash der Kryptobörse FTX. Südkorea ist am stärksten getroffen und greift nun ein.
Am 11. November 2022 hat FTX offiziell Insolvenz beantragt. Das Unternehmen von Sam Bankman-Fried zog den gesamten Kryptosektor mit nach unten und ließ Millionen Anlegern zurück, die viel Geld verloren haben. Die Plattform war besonders in den asiatischen Ländern beliebt. Laut einer Analyse von CoinGecko hatten Südkorea, Singapur und Japan zusammen 762.000 monatliche Benutzerzugriffe. Das bedeutet, dass die drei Länder zusammen mehr als 15 % des monatlichen Traffics ausmachen.
Auch bei der koreanischen Börse GOPAX ein kleiner Rücksetzer
Südkorea führt die Liste mit durchschnittlich fast 300.000 neuen Besuchern pro Monat an. Das allein ist schon besorgniserregend. Es gibt jedoch noch einen weiteren Zusammenhang zwischen Korea und FTX. Die in Seoul ansässige Kryptobörse GOPAX hat Ein- und Auszahlungen aus dem eigenen Sparkonto "GOFI" gestoppt. GOFI wurde 2020 in Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen Genesis gestartet. In einer Erklärung rechtfertigte GOPAX die Verzögerung der Abhebung wie folgt:
"Die Abhebung des Kapitals und die Auszahlung von Zinsen bei GOFi verzögert, weil die Produkte von unserem Geschäftspartner Genesis Global Capital, LLC geliefert werden."
Dominoeffekt im Unternehmensektor
Die Beziehung zu Genesis ist jedoch nicht so einfach, wie die Pressemitteilung von GOPAX vermuten lässt. Die Plattform ist nicht nur einer der größten Kreditdienste, sondern auch eine Tochtergesellschaft der Digital Currency Group (DCG). DCG umfasst unter anderem Coindesk und Grayscale, den weltweit größten Verwahrer von Krypto-Assets. Als zweitgrößter Aktionär besitzt DCG auch bedeutende Anteile an GOPAX. Genesis und DCG kämpfen mit erheblichen Liquiditätsproblemen infolge des FTX-Zusammenbruchs und haben erfolglos einen Kredit von einer Milliarde US-Dollar beantragt.
GOPAX forderte Genesis auf, "alle Vermögenswerte zurückzuerlangen, um die Kundengelder vor der Ankündigung zu schützen". Diese Bitte blieb letztendlich unbeantwortet. Das Unternehmen betont weiter, dass es eng mit Genesis und DCG zusammenarbeite, um sicherzustellen, dass Kunden ihre Guthaben schnell abbuchen können. Durch die Anteile, die DCG an GOPAX hält, geht die Beziehung der Unternehmen natürlich deutlich über ein reines Partnerschaftsverhältnis hinaus.
Die Regierung greift ein
Die südkoreanische Regierung hat unverzüglich reagiert auf die Ausbrüche im Kryptosektor und arbeitet bereits an einem umfassenden Regulierungspaket. Die oberste Finanzaufsicht des Landes, die FSC, hat ihre vorläufige Zustimmung zu einem Gesetzesentwurf gegeben, der einen fairen und sicheren Handelsraum für digitale Vermögenswerte schaffen soll. Außerdem erwägt die FSC, Kryptobörsen zu verpflichten, Anleger für Verluste zu entschädigen und Strafen für das plötzliche Aussetzen von Abhebungsdiensten zu verhängen. Zudem ist eine Pflicht zur Registrierung von Nutzervermögen vorgesehen und eine strikte Trennung von Kundeneinlagen und Geschäftsmitteln. Es muss auch diskutiert werden, ob der Handel mit den eigenen Token der Börsen eingeschränkt oder verboten werden soll.