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Der amerikanische Angriff auf Krypto: So scheitert der Angriff

Die USA, insbesondere die US-Börsenaufsicht SEC, gehen weiterhin hart gegen den Kryptosektor vor.

Der amerikanische Angriff auf Krypto: So scheitert der Angriff

Die USA, insbesondere die US-Börsenaufsicht SEC, gehen weiter hart gegen den Kryptosektor vor. Wie hart die Branche derzeit getroffen wird, ist es unwahrscheinlich, dass dieser anhaltende Schaden großflächig zunimmt.

Was haben Flugzeuge und Autos gemeinsam? Beide haben Rubberreifen. Müssen alle Flugzeuge und der Luftverkehr deshalb auf die gleiche Weise reguliert werden wie Autos und Straßenverkehr? Ganz sicher nicht. Aus völlig nachvollziehbaren Gründen gelten die Verkehrsregeln nicht für den Luftverkehr. Die beiden Fortbewegungsmittel und ihre jeweilige Umgebung sind einfach zu verschieden.

In den USA, insbesondere bei der US-Börsenaufsicht SEC, scheint diese Logik jedoch nicht ganz zu greifen. Weil die meisten Kryptowährungen bestimmte Merkmale mit Wertpapieren teilen. Du kannst sie zum Beispiel mit der Absicht eines Kursanstiegs kaufen, und deshalb gelten laut SEC die meisten Kryptowährungen auch als Wertpapiere. Sie ignorieren die Unterschiede und konzentrieren sich auf die Gemeinsamkeiten.

Die Grundlage dafür: der sogenannte Howey-Test aus dem Jahr 1946, der seit über 75 Jahren verwendet wird, um zu bestimmen, was in den USA als Wertpapier gilt und was nicht. Sehr geehrte SEC-Vorsitzende Gensler, Respekt vor der Tradition, aber denken Sie nicht, dass sich die Welt inzwischen ein wenig verändert hat?

Crypto ist nicht Porno- und Glücksspielindustrie

Wenn Technologieunternehmen in andere Länder verlagert werden, ist das ein großes wirtschaftliches Problem. Wissen und Kapital verlassen den eigenen Rechtsraum und kommen einem anderen zugute. Die USA gelten nicht gerade als Vorreiter darin, solche Migration zu begrüßen oder einfach zu gestatten.

Insbesondere in der Porno- und Glücksspielindustrie haben die USA in der Vergangenheit Druck ausgeübt, unerwünschte Industrien aus dem eigenen Land zu verdrängen. Das Know-how, das in der sogenannten Operation Choke Point verloren geht, sollte jedoch beherrschbar bleiben.

Ihre aktuelle Operation Choke Point 2 dreht sich jedoch um Web3. Das ist eine ganz andere Situation als 2013, als man gegen Escortservices, Neujahrsraketen und den Verkauf von Tabak vorging.

Angst dominiert in den USA

Dass die USA so hart gegen die Kryptoindustrie vorgehen, lässt sich vor allem durch die Angst vor einem Verlust der Dominanz des US-Dollars und einem generellen Bedeutungsverlust erklären. Diese Ängste sind vielleicht teilweise nachvollziehbar, aber naiv zu glauben, man könne ihnen die Augen verschließen.

Wie schon geschrieben: Wir leben nicht mehr in 1946. Selbst ohne Zustimmung der USA etabliert sich die Krypto-Ökonomie weltweit.

China und die EU als Nutznießer

Inzwischen dürften kryptofreundliche Vertreter in den USA vor Neid erblassen. Während die eigenen Aufsichtsbehörden Kryptounternehmen unter Druck setzen, lädt Hongkong, Coinbase und andere Branchenvertreter ein, zukünftige Geschäfte in der chinesischen Sonderwirtschaftszone zu besprechen.

Absurd, wenn man bedenkt, dass das Verhältnis zwischen den USA und China alles andere als gut ist. Dass Kapital und Know-how in chinesische Hände gelangen, erhöht das Potenzial politischer Eskalationen erheblich.

Vor allem weil längst nicht nur Hongkong der Crypto-Ökonomie gegenüber offensteht – siehe MiCA in der EU. Gerade diese Situation ist positiv: Immer mehr Menschen in den USA sind nicht mehr bereit, die Crypto-Offensive von Gary Gensler und Politikern wie Elizabeth Warren zu unterstützen. Zu viele Menschen in den USA besitzen bereits Krypto, zu viele Investoren und Unternehmen sind nicht bereit, sich davon gängeln zu lassen.

Die USA werden zurückrücken (müssen)

Mit der Zeit rückt die anti-cryptoveranstaltende Kampagne der US-Regierung weiter unter Druck. Es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis die Ambitionen der Crypto-Gegner letztlich ins Leere laufen.

Sogar eine Autokratie wie China, die Crypto viel einfacher angehen kann als die USA, ist damit nicht wirklich erfolgreich. Dass Hongkong sich öffnet, ist ein Zeichen dafür, dass China Stück für Stück Abstand von seinem harten Anti-Crypto-Kurs nimmt. Zumal sie Crypto-Aktivitäten in der Bevölkerung in China nie ganz eingestellt haben.

Als liberale Demokratie sind die Hände der US-Regierung deutlich stärker gebunden. Regelungen, die die Kryptosektor erheblich einschränken, sind daher kaum tragfähig. Wenn es nach den Republicans ginge, wäre SEC-Chef Gary Gensler längst aus seinem Amt entfernt. Aber selbst wenn die Demokraten nächstes Jahr die Wahlen gewinnen, dürfte der zunehmende Druck eine Rücktrittswahrscheinlichkeit weiter erhöhen.


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