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So läuft es, wenn FTX seine Krypto verkauft

Am 13. September erhält FTX möglicherweise die Genehmigung, Kryptowährungen im Wert von 3,5 Milliarden USD zu verkaufen.

So läuft es, wenn FTX seine Krypto verkauft

Am 13. September erhält FTX möglicherweise die Genehmigung, Kryptowährungen im Wert von 3,5 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Das solltest du wissen.

Die vergessenen Geister von 2022 sind kürzlich wieder erwacht und scheinen bereits auf dem Kryptomarkt herumzuspuken. Das zeigt sich an der jüngsten Kursschwäche der letzten Tage. Ein Name klingt in den sozialen Medien immer lauter: FTX. Wie Gerichtsdokumente aus August zeigen, erhält die gestürzte Börse von Sam Bankman-Fried voraussichtlich am 13. September die Erlaubnis des Richters, die geretteten Krypto-Reserven zu liquidieren. Und die sind nach wie vor erheblich. FTX und das Schwesterunternehmen Alameda Research besitzen Berichten zufolge Kryptowährungen im Wert von über 4,3 Milliarden US-Dollar.

Das Gerücht über den bevorstehenden Verkauf ließ prompt Kursrückgänge auf dem Altcoin-Markt vermelden, angeführt von Solana. Nach neuesten Informationen hatten die Kuratoren bereits damit begonnen, die ersten SOL-Bestände zu verlagern. Die breitere Branche folgte dem ehemaligen Liebling Sam Bankman-Frieds, woraufhin einige Coins und Tokens neue Tiefststände erreichten. Sogar für die mutmaßliche Liquidation von FTX-Aktiva stolperte der Markt. Wie schlecht könnte es für die Altcoins noch werden? Und welche Kryptowährungen gehören überhaupt zum Portfolio der insolventen Börse?

Das sind die Kryptowährungen, die FTX besitzt

Der Einfluss von Sam Bankman-Fried und Alameda Research in der Kryptobranche war enorm. Im Laufe ihrer Existenz sicherten sich FTX und Co. große Beteiligungen an verschiedenen Tokens. Sie sicherten sich auch Ansprüche auf spätere Auszahlungen von Kryptowährungen, die noch gesperrt waren (Vesting). Laut dem Kurator Kroll haben sie ungefähr 4,3 Milliarden Dollar an Crypto beiseitegelegt. Seit der Veröffentlichung der Daten im Januar sind weitere dazugekommen.

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Die Bestände umfassen etwa 245 Millionen Dollar in Stablecoins, sowie 268 Millionen Dollar in BTC, 90 Millionen Dollar in ETH und weitere Beträge von Dutzenden Millionen bei den Altcoins APT, DOGE und MATIC. Darüber hinaus besitzen die Unternehmen große Mengen an kleineren Tokens mit einem Gesamtwert von über einer Milliarde USD, vor allem bei Drittanbietern und anderen Kryptobörsen. Etwas mehr als zwei Milliarden USD an kleineren Altcoins, von denen einige auf der Solana-Blockchain stehen, sind illiquide und können nicht verkauft werden. Angesichts der hohen liquiden Bestände fragt sich die Kryptogemeinschaft jedoch, was passiert, wenn sie auf den Markt kommen.

Der Gesamtwert der FTX-Assets unterliegt natürlich den Schwankungen der Kryptowährungen. Um die Gläubiger der insolventen Börse möglichst gut zu entschädigen, wollen die Kuratoren rasch verkaufen, so die Annahme. Der Markt scheint diesen potenziellen Verkaufsdruck nun einzupreisen. Die Kurse von APT, MATIC und XRP reagierten im Vergleich zur Vorwoche mit deutlichen Verlusten. Besonders Solana verzeichnete bisher die stärksten Verluste, da FTX und Co. besonders große SOL-Bestände in ihren Händen halten.

Abwärtsgerutsche für den Altcoin-Markt?

Eine frühere Analyse von Solana zeigte, dass die tatsächlichen liquiden Bestände deutlich niedriger sein sollten. Laut dieser Analyse würden viele der SOL-Tokens erst in den kommenden Jahren für FTX zugänglich werden und wären vorerst nicht verkaufbar. Die Mengen von BTC, ETH und Co. könnten theoretisch auch von dem Markt aufgenommen werden, ohne enorme Preisverluste zu erleiden. Besonders weil die Kryptos wahrscheinlich nicht auf einen Schlag verkauft werden. Aus den Gerichtsdokumenten geht hervor, dass Galaxy Digital, Mike Novogratz’ Firma, den Auftrag für den Verkauf der Kryptowährungen erhält. Der Plan von FTX, der der Genehmigung vorgelegt ist, sieht die Liquidation von Kryptowährungen mit einem Wert zwischen 100 und maximal 200 Millionen US-Dollar pro Woche vor.

Zudem wird der Verkauf voraussichtlich „Over The Counter“ (OTC) stattfinden, also direkt zwischen den jeweiligen Parteien. Das soll den Markteinfluss begrenzen und einen möglichst stabilen Verkaufspreis garantieren. Galaxy plant auch, einen Teil der Coins und Tokens in DeFi-Projekte einzusetzen, um passive Einnahmen zu generieren und spätere Auszahlungen zu erhöhen. Das verringert die Cash-Reserven zumindest kurzfristig. Die von vielen prognostizierte Super-GAU würde anhand dieser Befunde also etwas relativiert.

Die FTX-Verkäufe sind möglicherweise nichts weiter als FUD (Fear, Uncertainty, Doubt). Doch diese Angst plagt die Kryptosektor in letzter Zeit vermehrt. Bereits der bloße Ausblick auf anhaltenden Verkaufsdruck von FTX könnte zusätzliche Panik unter vielen Investoren auslösen. Diese Angst könnte zu weiteren Preisrückgängen in den kommenden Wochen führen, wie es derzeit deutlich wird. Schwache makroökonomische Daten, sinkende Liquidität und die historische Negative Balance der Crypto im September deuten weiterhin auf turbulente Wochen für die Branche hin. Es scheint, als würden Investoren erneut starke Nerven brauchen.


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